Donnerstag, 4. Juli 2013

(Gequatschtes) Amateure schlagen Hollywood mit Snowden-Film

Ohje, die ganze Welt jagt Snowden, einige schauen weg und viele feiern ihn.
Ein Film oder Buch ist da nicht weit hergeholt, dies bestätigen einige Amateure aus Hongkong, die einen fünf-minütigen Kurzfilm gedreht haben der sich jetzt schon großer Beliebtheit erfreut.



Am 9. Juni hat Snowden sich zu erkennen gegeben. Als der, der die Dokumente veröffentlicht hat welche eine flächendeckende Überwachung seitens der USA offenlegten. Auch kam heraus, dass Edward Snowden sich in Hongkong aufhält. Zwei Tage nach dieser Nachricht kontaktiert der Freelancer Edwin Lee ein paar Freunde und die Idee für den kurzen Thriller stand!
"Wir waren so fasziniert davon, warum Snowden in unsere Stadt kam," erklärte Lee, ein irischer Auswanderer. "Wir alle lieben Hongkong über alles. Wir alle nennen Hongkong unser Zuhause."
"Der fünf-minütige Film war innerhalb von vier Tagen gedreht," erzählt Lee weiterhin. "Das war eine Blitzaktion. Fast das ganze Skript wurde an dem Tag vor den Dreharbeiten geschrieben und die Schauspieler hatten keine Zeit zum Proben," fügt er hinzu.
Überraschenderweise ist das Endergebnis spannend und anspruchsvoll mit tollen Zeitlupenszenen von der Stadt sowie wackeligen Effektszenen wie man sie aus Hollywood kennt (Lee war zum größten Teil für die Filmaufnahmen und das Editing verantwortlich. Er nannte Die Bourne Filme und Michael Mann als Inspirationsquelle)
Lee und seine drei Co-Direktoren/Produzenten ließen ihrer Kreativität freien Lauf indem sie ein sich ausgedachten Briefing zwischen einem chinesischen Minister für Staatssicherheit und der Polizei von Hongkong miteinbauten.
Auch filmten sie Szenen in dem gleichen Hotel, in dem Snowden kampierte, und sie drehten ein Interview mit dem "Guardian". "Das Hotelzimmer zu mieten hatte schon die Hälfte unseres 540 Dollar Budgets aufgebraucht," erzählte Lee.
"Der Schauspieler, der Snowden in dem Film spielt hat eine extreme Ähnlichkeit mit dem Original. Selbst der Friseur, der ihm den passenden Haarschnitt gab warnte ihn vorsichtig zu sein da die Gefahr bestand, dass man ihn tatsächlich für den Flüchtigen hielt." berichtete Co-Produzent Shawn Tse welcher die Umwandlung anzettelte.

Merkwürdigerweise hat Snowden keinen einzigen Dialog im Film.
"Ja, der Film handelt von Snowden, aber es ging nicht in erster Linie um ihn," sagt Lee. Er fügte hinzu, dass das Team vorsichtig damit war die Situation zu bewerten. Sie wollten kein Urteil über einen Mann abgeben, der so mysteriös war. "Er ist eher der Auslöser, der all die Menschen um ihn herum beeinflusst. Es geht mehr um die Verstrickungen. Der Fokus war fünfzig Prozent auf Snowden und fünfzig auf die Stadt Hongkong.

Der Film ist dazu gedacht, Hongkong von einer Gruppe von Auswanderern zu ehren die die Stadt lieben. "Wir haben versucht Hongkong das Rampenlicht zu geben welches es unserer Ansicht nach verdient," berichtet Tse.

Eine sehr ruhige Reaktion auf die Snowden-Affäre von Hongkong und der chinesischen Regierung beschreibend, gibt Lee eine zwischen den Zeilen versteckte politische Kritik zu indem er die Szene zwischen der chinesischen Regierung dreht. Sie soll zeigen, in welcher Relation Hongkong zu China steht sowie die Wiedersprüche um Beijing's Rolle in dem Fall.
"Zu sagen, dass China keine Fäden gezogen hat, dass wäre naiv... Auch wenn es uns Selbstständigkeit gibt, Beijing hat das letzte Wort," erzählt Lee. In einem kleinen aber netten Detail bemerkt man, dass der Minister Mandarin spricht, während die Polizei in Cantonese antwortet. Hongkong hat geleugnet, dass China einen Einfluss auf Snowdens Entscheidung, die Stadt zu verlassen, hatte.
Lee meint, dass die schnelle Abreise Snowdens zwar nicht ihr Filmprojekt gekürzt hat, aber sie mussten sich mit der Bearbeitung beeilen um die Film herauszubringen. Es gäbe auch keine Pläne, einen zweiten Teil zu drehen, jetzt wo Snowden die Stadt verlassen hat.

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