Freitag, 16. August 2013

(Buchvorstellung) Der Geschmack von Glück / This Is What Happy Looks Like von Jennifer E. Smith

Als ich den Klappentext von "Der Geschmack von Glück" von Jennifer E. Smith gelesen hatte war ich total neugierig, denn das Buch versprach Spannung, Humor und eine tolle Geschichte. Als dann auch noch der Carlsen Verlag so nett war, mir ein Rezensionsexemplar zu schicken war ich total happy! Ob sich meine Erwartungen erfüllt haben?


Graham Larkin, Los Angeles‘ umschwärmtester Teenistar wollte nur kurz dafür sorgen, dass sein Hausschwein Wilbur versorgt wird da er später Heim kommt, als ihm in der Eile ein Tippfehler unterläuft. Statt bei seinem Schweinesitter kommt die E-Mail bei Ellie an.
Am anderen Ende der USA, im beschaulichen Küstendorf Henley in Maine. Durch dieses kleine Missgeschick entwickelt sich ein lockeres Gespräch zwischen den beiden, welches bald zu einer Brieffreundschaft führt. Durch die Tatsache, dass keiner die wahre Identität des anderen kennt fällt es ihnen leicht über Gott und die Welt zu reden.
Graham hatte schon lange kein so vertrautes Gefühl mehr weshalb er sie unbedingt kennenlernen möchte. Er schlägt ihr kleines Dorf als nächsten Drehort vor doch Ellie ist von dem Medienrummel alles andere als begeistert! Warum hat sie solche Angst in den Nachrichten zu erscheinen?


Mein Fazit:

Zu allererst mal der Umschlag, ich finde es klasse, dass die Protagonistin dort abgebildet ist und genau der Beschreibung von Ellie entspricht. Auch die Pose passt wunderbar zum Titel und ich hatte schon länger kein so passendes Cover in der Hand gehabt, gerade wenn es sich um eine Fotografie handelt.
Normalerweise bevorzuge ich die amerikanischen Titelbilder, aber hier haben wir eindeutig die Nase vorn, denn das Original ist in meinen Augen zu kitschig.
Auch süß fand ich, dass man die Schriftart des Titels in den Seitenzahlen wiederfinden konnte. Tolle Idee!
Am Anfang kann man den im Klappentext versprochenen E-Mailaustausch mitverfolgen was wunderbar gelungen ist und das Buch sehr auflockert denn es erscheinen immer mal wieder welche zwischen den einzelnen Kapiteln.
Diese E-Mails sind übrigens wie ein Screenshot aufgebaut und bewirken somit das richtige Feeling beim Lesen. Man hat das Gefühl selbst vor dem Computer zu sitzen.
Der Schreibstil ist flüssig, federleicht, sommerlich und sehr jugendlich.
Wenn man in die ersten Seiten eintaucht, wird man direkt mitten in die Geschichte hinein geworfen als Graham die E-Mail falsch abschickt.
Das Buch war immer abwechselnd aus seiner und Ellis Sicht geschrieben wodurch man ein wunderbares Gefühl für die Protagonisten entwickeln konnte. Schade war nur, dass das Buch aus der Erzählperspektive geschrieben wurde, hier hätten sich zwei Ich-Erzähler angeboten und das Ganze noch persönlicher gemacht.
Die Hauptthematik war, in meinen Augen, wie viel Freiheit einem die Anonymität des Internets gibt.
So konnte sich Graham, der sonst immer eine Maske trägt, wie ein ganz normaler Teenager verhalten und Ellie, die niemals in Kontakt mit einem Promi gekommen wäre dessen wahre Seite, fernab von Fotografen und Filmsets, kennenlernen.
Generell sind Graham und Ellie sehr tiefgründig aufgebaut, mit Ecken und Kanten, und das Buch geht weit über eine Liebesgeschichte hinaus. Es erzählt Ellies Vergangenheit, Familiengeschichte und Grahams Probleme mit seiner immer mehr schwindenden Identität als Berühmtheit.
Die wenigen Momente, in denen die beiden ungestört waren, fand ich großartig und sehr gefühlvoll erzählt.
Sehr schön fand ich auch, wie sie sich darüber unterhalten haben, was Glück für sie bedeutet. Teilweise waren es ganz einfache alltägliche Sachen wodurch die Protagonisten mir sehr ans Herz gewachsen sind.
Mit Quinn, Ellies Freundin, konnte ich nicht wirklich etwas anfangen, sie kam mir sehr zickig und unreif vor. Was aber auch daran liegen könnte, dass die Autorin diese recht oberflächlich gestaltet hat und sich mehr auf die Hauptfiguren konzentriert.
Auch Olivia war mehr ein Beispiel für den typischen Klischee-Promi als eine wirkliche Bereicherung. Allerdings verlieh sie der Story einiges an Witz.
Die einzige Nebenfigur, die mich überzeugen konnte war Ellies Mutter welche sehr herzlich und doch von ihrer Vergangenheit geprägt war. Sie ist nicht sonderlich glücklich über die neue Liebe ihrer Tochter und zeigt ihr dessen Nachteile auf ohne unfair zu werden.
Generell gab es viele Szenen bei denen ich schmunzeln musste, vor allem bei den Schlagabtauschen zwischen den beiden Protagonisten.
Die Küstenstadt Henley ist traumhaft schön beschrieben und ich hatte ein paar Nordseebilder im Kopf!
Das einzige was mich gestört hat war, dass der Leser sehr gradlinig durch das Buch geführt wurde, wirkliche Twists gab es nicht und auch das Ende war für meinen Geschmack zu offen. Dennoch sind dies nur zwei kleine Kritikpunkte, die die Lesefreude kaum trüben und gerade bei dem jetzigen Sommerwetter habe ich das Buch wirklich genossen da es sehr realitätsnah ist ohne dabei die Romantik zu vernachlässigen!


Kommentare:

  1. Inhaltsangabe sowie Rezension hören sich sehr vielversprechend und interessant an ... das wäre auf jeden Fall auch ein Buch ganz nach meinem Geschmack :-)

    LG
    Ivy

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    1. Ist vor allem was für den Sommer! Mir hats echt gut gefallen.

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  2. ALso, es wäre jetzt eigentlich nicht die Art Buch, nach der ich im Laden greifen würde, aber es hört sich ganz witzig an =)

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    1. Ist wirklich sehr erfrischend :)

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  3. Klingt super, hört sich an als sollte ich es mal lesen!
    Tolle Rezension :)

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    1. Danke :)
      Hat auch sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen!

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