Freitag, 30. August 2013

(Buchvorstellung) Flucht aus Lager 14 / Escape from Camp 14 von Blaine Harden

Dieses Buch stand lange Zeit bei mir im Regal, da ich einfach nicht in der Richtigen Stimmung was es zu lesen. Jedes Mal wenn ich an Nord Korea denke habe ich ein merkwürdiges Gefühl im Magen. Es ist unfassbar, dass so ein Land überhaupt existiert und wir regen uns über den Nahen Osten aus...


Das Buch ist, nicht wie zuerst erwarten von einem Nord Koreaner geschrieben, sondern von einem Journalisten der Washington Post, der sich über 2 Jahre hinweg mit dem Koreaner getroffen hat. Blaine Harden erzählt die Geschichte des zu dem Zeitpunkt seiner Flucht 23-jähtigen jungen Mannes. Er verdeutlicht dem Leser die Zustände in den Gefangenenlagern und der Politik des abgeschotteten Landes. Shins Zeugenberichte geben einen tiefen Einblick hinter die Kulissen, denn er ist der erste, der in einem Lager geboren wurde, dem es tatsächlich gelang zu fliehen!


Mein Fazit:

Wie schon zu erwarten war, ist das Buch sehr schonungslos geschrieben und man hat das Gefühl Shins Erlebnisse hautnah mitzuerleben. Das Buch wechselt zwischen Zeugenberichten und Hintergrundinformationen über das Land wie zum Beispiel die Unterbringung der Gefangenen, die Strafen, das Verhalten der Wärter oder auch die Essensrationen und Schulpflicht.
Darüber hinaus erfährt der Leser sehr viel über die Machenschaften der Regierung wie zum Beispiel den großangelegten Versicherungsbetrugen die es jährlich gibt um die Geburtstage des Führers zu finanzieren. Das ist kaum zu fassen!
Während das Volk Hunger leidet und in ständiger Überwachung lebt gönnt er sich Rindfleisch, Pferderennen und Hallenbäder.
Ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass es kein historisches Buch ist sondern eins aus der Gegenwart, dass genau das jetzt gerade passiert.
Auch erschreckend fand ich, wie Shin die Geschichte seiner Mutter erzählte. Es ist für einen freien europäischen Menschen kaum vorstellbar, dass man jemanden so erziehen kann, dass er sich gegen die eigene Familie stellt um zu überleben.
Er selbst wurde schon als kleines Kind wie alle anderen zur Sklavenarbeit gezwungen und es gab einige Momente in denen er fast gestorben wäre aber was ich noch viel schlimmer fand war die Zeit nach seine Flucht in der zur Ruhe kam und erst einmal realisierte, was überhaupt mit ihm geschehen war. Es war ein langer und schwerer Weg in die Zivilisation und er wird für ihn noch nicht zu Ende sein.
Es gab viele Schockmomente die zum Nachdenken anregen und ich würde das Buch niemals als Freizeitlektüre bezeichnen aber dennoch kann ich es jedem empfehlen, der wissen möchte, was hinter der lächelnden Fassade Nord Koreas steckt. Ein augenöffnendes Buch was ich nur jedem ans Herz legen kann!


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