Samstag, 10. August 2013

(Buchvorstellung) So wie Kupfer und Gold / Strands of Bronze & Gold von Jane Nickerson

Der cbt Verlag hat mir netterweise ein Vorableseexemplar von "So wie Kupfer und Gold" von Jane Nickerson zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön!
Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich zuvor noch nie einen historischen Roman gelesen hatte aber das Cover war einfach umwerfend. Ich war sofort verliebt (Ja, da hat sich wohl die Grafikdesignerin in mir durchgesetzt).
Vor drei Tagen fing ich mit dem Lesen an und sagte dem Verlag ich würde die Rezension in zwei Wochen schreiben. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mich dieses Buch so fesselt! Also dürft ihr euch heute schon auf meine Meinung freuen.


Im Jahre 1855 kommt Sophies Vater ums Leben wodurch die 17-jährige von Boston in die Südstaaten nach Mississippi geschickt wird. Ihr Patenonkel, Bernard de Cressac, hat sie als einziges von vier Kindern adoptiert. Schon auf der Fahrt in ihre neue Heimat malt sie sich ihren Vormund in den schillerndsten Farben aus und wird bei ihrer Ankunft nicht enttäuscht. Er ist attraktiv, charmant, gebildet und verwöhnt sie mit allen Mitteln. Ein Wort und sie bekommt alles was sie möchte - bis auf den Anschluss zu anderen Menschen. Er will sie für sich alleine haben.
Sie verfällt schnell in eine Schwärmerei für den Mann, der alterstechnisch ihr Vater sein könnte doch nach und nach bekommt die glänzende Fassade Risse. Zu seinen Stimmungsschwankungen mischt sich die Erkenntnis, dass er schon ein paar Mal verheiratet war und jede seiner Frauen auf tragische Weise ums Leben kam. Wird Sophie die nächste sein?


Mein Fazit:

Als ich das Buch in den Händen hielt fiel mein Blick wieder und wieder auf das Cover welches dem Leser einfach nur ein schönes Märchen verspricht und genau das ist dieses Buch.
Schon auf den ersten Seiten hatte ich das Gefühl die Südstaatenluft riechen zu können. Ich kam mir vor als stände ich direkt neben Sophie, nein als würde ich es aus ihren Augen heraus erleben.
Die Umgebung ist detailreich erzählt aber niemals langatmig, man fühlt sich sofort mit der Protagonistin verbunden und hat regelrecht einen Film vor Augen. Was durch die Ich-Perspektive des Schreibstils noch verschärft wird.
Die Autorin hat einen traumhaften Erzählstil, anders kann man es nicht beschreiben. Einfach märchenhaft!
Es ist zwar im typischen Jugendbuchstil recht einfach gehalten: Klare Erzählstränge, keine großen Verstrickungen aber durchaus sehr interessant. Das Buch liefert deshalb allerdings auch keine großartigen Twists und ist sehr vorhersehbar was mich jedoch nicht sonderlich gestört hat denn Sophie ist ein kluges junges Mädchen die selbst oft schon geahnt hat was kommen könnte und die wunderschöne Umgebung lässt einen nicht los.
Zu ihr ist zu sagen, dass ich ihren Charakter unglaublich tiefgründig fand, sie macht sich sehr viele Gedanken wie ihre Handlungen und Endscheidungen sich auf ihre Familie auswirken könnten was ich als sehr reif empfand. Bernard dagegen ist sehr undurchsichtig wodurch sein Wahnsinn aber gekonnt zur Geltung kommt. Seine Ausbrüche wirken realistisch und keinesfalls aufgesetzt genauso wie seine Freude wenn er ihr etwas schenkt. Er ist definitiv der interessanteste Charakter des Buches jedoch hätte ich mir hier mehr Tiefgründigkeit beziehungsweise mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Man bekommt eine Ahnung weshalb er sich so verhält aber ganz aufgeklärt wird es nicht.
Was ich aber positiv und gelungen fand war die Einführung der Thematik rund um die Sklaverei, welche die Protagonistin sehr hinterfragt. Man bekommt einen guten Einblick in die damalige Zeit ohne dass das Buch vom Thema abweicht oder brutal wird. Es gab jedoch viele Stellen an denen ich selbst nachdenken musste und man fragt sich wie man das damals vertreten konnte.
Hier fand ich ganz besonders die Charaktere Talitha und Anarchy sehr aufschlussreich und interessant.
Sophies Familie war jedoch enttäuschend. Zu ihren Geschwistern konnte ich weder einen Bezug aufbauen noch sie richtig einschätzen. Schade.
Auch Pastor Gideon Stone war mir zwar sympathisch aber ich hatte nie das Gefühl ihn wirklich zu kennen obwohl er eine der Schlüsselfiguren war.
Das Buch lehnt sich an das Märchen Blaubart an was wunderbar gelungen ist und mich fasziniert hat. Wie schon am Anfang erwähnt fesselte mich die Geschichte, ich hatte ein komplettes Bild der damaligen Zeit, und vor allem Sophies Lebensstil, vor Augen. Die Kleider, die Umgebung einfach alles. Es ist schwer zu beschreiben aber ich war während des Lesens in einer anderen Welt und bekam ein genaues Gefühl von Sophies goldenem Käfig.
Alles in allem ein wunderschönes Märchen mit viel Charme und einer reizenden Protagonistin!



Kommentare:

  1. Der Klappentext klingt sehr interessant, wenn gleich das Genre nicht so ganz meins ist.
    Habe wohl auch noch genug zum Lesen für die nächsten Wochen ;P

    Liebe Grüße
    Stefan von SpeedTutorial.de

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    1. Hehe, ich glaube, das ist auch ein typisches Mädchen-Buch :)

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  2. Wow, das scheint genau meines zu sein!!! Werd ich mir definitiv holen.
    LG

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    1. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Lesen :)

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  3. Das Buch kannte ich bisher nicht, deine Rezension bringt aber durchaus Motivation es zu lesen ;). Und ja, du hast recht, bei dem Cover hab ich auch gleich gedacht: ein schönes Märchen, Fantasy ^^
    lg

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    1. Das freut mich, ich fand es wunderschön vor allem vom Schreibstil her!

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  4. Klingt total interessant, tolle Rezension. Ich kannte das Buch bis jetzt auch nicht :)

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    1. Das ist auch noch gar nicht auf dem Markt, kommt aber bald :)

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  5. Ja, wer diese Art von Büchern, also Märchen, mag, wird begeistert sein und in eine andere Welt abtauchen.

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