Donnerstag, 3. Oktober 2013

(Buchvorstellung) Ich wünschte, ich könnte dich hassen von Lucy Christopher

Ich bin recht lange um dieses Buch herumgetigert da ich mir nicht sicher war, ob mir so etwas gefallen würde. Normalerweise lese ich Bücher die vor Humor und Sarkasmus überquellen.
Aber nachdem ich in der letzten Zeit auch mal meine Fühler in andere Sparten gestreckt hatte und mich dort sehr wohl fühle. Siehe "Eine wie Alaska" oder "Vollendet" habe ich es dann doch gewagt und mich entführen lassen.


Als die 16-jährige Gemma nach einem Streit mit ihren Eltern durch den Flughafen von Bangkok streift lernt sie in einem Café den gut aussehenden Ty kennen. Dieser kommt ihr so merkwürdig vertraut vor, obwohl er doch ein Fremder ist oder?
Die beiden unterhalten sich wobei Gemma immer merkwürdiger wird. Ihr ist schwindelig und sie kann kaum noch laufen. Als sie merkt, dass Ty ihr etwas in den Kaffee geschüttet hat ist es zu spät.
Als sie wieder richtig zu sich kommt findet sie sich in der australischen Wüste wieder, zusammen mit Ty. Und kilometerweit nur Sand. Eine Flucht ist unmöglich, doch Gemma merkt auch noch etwas anderes, hat sie Ty doch am Anfang gehasst, kommen nun, Wochen später auch noch andere Gefühle in ihr hoch.

Mein Fazit:

So, nun hatte ich es also in den Händen, das große unbekannte Gebiet und es funkelte mich auch gleich durchdringend an. Das muss man dem Cover echt lassen, es ist keine Schönheit, aber weggucken kann man irgendwie auch nicht.
Diese Augen scheinen einen zu verfolgen.
Gleich zu Anfang fiel mir auf, dass nicht nur das Genre neu für mich war sondern auf der Schreibstil. Die Autorin spricht in Briefform direkt zum Leser und adressiert diesen mit "du". Schnell wird klar, dass "du" ihr Entführer ist.
Ich muss sagen, ich habe noch nie ein Buch aus dieser Sichtweise gelesen und es war etwas komplett anderes und teilweise sehr verstörend. Denn nach einiger Zeit ist man so in der Geschichte gefangen, dass man sich wirklich fragt, warum man das gemacht hat, obwohl man nicht der Täter ist.
Generell ist Gemma eine sehr starke Persönlichkeit, die die Lage in der sie sich befindet gut managed. Obwohl sie Ty ausgeliefert ist, schafft sie es nach und nach seine Handlungen ein Stück weit zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Es wird nach und nach klar, was in Tys Kopf vor sich geht und dass er sie anscheinend wirklich gern hat. Er tut in seinen Augen alles für sie auch wenn seine Taten falsch sind.
Die Autorin schafft es spielend leicht die Schönheit Australiens auf das Papier zu bringen. Ich hatte während des Lesens permanent Bilder vor Augen, was für ihren sehr guten Schreibstil spricht. Das Ganze lief vor meinen Augen ab wie ein Film.
Auch kann man sich wunderbar in Gemma hineinversetzten, da sie sehr einfühlsam von ihren Gefühlen und Ängsten schreibt. Man versteht am Ende, warum sie die Gefühle die sie für Ty hat für echt hält, und wie sich dieses Stockholm-Syndrom entwickeln konnte.
Ich hatte das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen, da ich es nicht mehr weglegen konnte und als ich am Ende ankam und es weglegen "musste" war da ein merkwürdiges Gefühl geblieben, welches immer noch aufkeimt wenn ich jetzt, Tage später, an die Geschichte zurückdenke. Ich mag Ty! Obwohl es falsch ist und das ist das, was einen nicht mehr loslässt.
Ganz klare Leseempfehlung ohne groß darüber nachdenken zu müssen!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...