Sonntag, 13. Oktober 2013

(News) Verlagsinterview mit Dotbooks

Auf der Buchmesse habe ich einige Verlage getroffen, durch viele Bücher geblättert und der Geruch von Papier lag förmlich in der Luft! Bis auf bei einem Verlag, dort hätte man stundenlang suchen können und doch wären die Bücher unauffindbar gewesen oder? Nein nicht ganz. Bei Dotbooks gibt's zwar kein Papier, aber dennoch eine Menge Bücher!


Ich hatte heute die Gelegenheit mit dem wirklich netten Team zu quatschen und viele Fragen zu stellen. Warum gerade EBooks? Werden diese das Printbuch ablösen oder ist das totaler Quatsch und das EBook hat keine Zukunft? Dinge über die ich mir auch schon Gedanken gemacht habe, und heute gab es einige Antworten!


Sunshine:
Ihr seid noch ein recht junger Verlag oder?
Susann:
Stimmt, wir wurden im Februar 2012 gegründet und starteten dann im Juli/August mit 40 Büchern.
Sunshine:
Und wie viele Mitarbeiter beschäftigt ihr?
Susann:
Das ist recht überschaubar. Momentan sind wir 7 und ab nächstes Jahr 8.
Sunshine:
Bildet ihr auch aus? Wenn ja welche Berufe?
Susann:
Klar, wir haben Volontäre im Lektorat und im Marketing. Die sind auch heute hier!
Sunshine:
Viele Printverlage beklagen sich über zu viele Manuskripteinsendungen. Ist das bei euch auch so? Wie viele Anfragen bekommt ihr denn?
Timothy:
Schwer zu sagen, das ist unterschiedlich aber ich gehe von ungefähr 40 Anfragen im Monat aus.
Sunshine:
40? Das ist recht viel, wie viele davon werden denn am Ende verlegt?
Timothy:
Das was gut ist, aber am Ende sind es nur 10% im Jahr. Bei Printbüchern sagt man, dass 1 von 100 Manuskripten verlegt wird. sind da etwas experimentierfreudiger, wenn wir das Potenzial sehen.
Sunshine:
Wie ist das denn mit den Rechten, wenn jemand ein Buch bei euch verlegen lässt und dieses wird ein Bestseller. Dann ist ja auch bald von einer Printausgabe die Rede. Ist es möglich, dann zu einem anderen Verlag zu gehen?
Susann:
Prinzipell liegen erst einmal alle Rechte bei uns  und wir bemühen uns darum, die Printrechte unserer Autoren an andere Verlage zu vergeben. Das machen alle unabhängigen Verlage, die nicht sämtliche Verwertungsformen anbieten, so, das gilt also auch für die Hörbuchrechte. 
Sunshine:
Das ist gut. Darf ich fragen, wie viel der Autor vom Verkaufspreis bei euch bekommt? Bei Printbüchern ist das ja teilweise weniger als 10%.
Susann:
Stimmt, bei Printbüchern ist es nicht viel, bei uns gibt es mehr. Mindestens 25% bis hin zu 40%.
Sunshine:
Das ist echt um einiges mehr! Was würdet ihr denn jemandem empfehlen, der sein Manuskript bei euch einreicht, dass die Story gut sein muss, ist klar.
Susann:
Auf jeden Fall ein spannendes Exposé einreichen. Es gibt so viele Autoren die tolle Bücher schreiben aber ihre Geschichte einfach nicht spannend und mitreißend erklären können.
Sunshine:
Wie sieht denn so ein Exposé aus? Ist das eine kurze Zusammenfassung? Wird das Ende dort schon verraten?
Susann:
Es ist mehr als eine Zusammenfassung. Das Buch muss genau beschrieben werden, man muss Lust bekommen, es zu lesen. Und ja, das Ende wird mit verraten. Wie mein Kollege gerade schon erwähnt hat, bekommen wir bis zu 40 unverlangt eingesandte Manuskripte im Monat, dazu kommt noch einmal die gleiche Zahl an Projekten, die uns über Agenturen und Autoren, die wir bereits kennen, angeboten werden. Um da den Überblick zu behalten und zeiteffizient zu arbeiten, ist es wichtig, dass wir uns schon auf den ersten Blick ein genaues Bild von dem Projekt machen können.  
Sunshine:
Veröffentlicht Ihr nur Manuskripte von deutschen Autoren?
Susan:
Ja, bis jetzt schon.
Sunshine:
Kann ich eigentlich mein eigenes Cover mitschicken? Oder macht Ihr das?
Timothy:
Unsere Cover werden von Grafikern erstellt, die auch für große Printverlage arbeiten. Natürlich beziehen wir den Autor aber mit ein und fragen ihn ihm Vorfeld, wie seine Vorstellungen sind.  Allerdings gehen die Meinungen, was gut aussieht und was nicht, teilweise doch sehr auseinander. Und entscheidend ist am Ende, dass wir als Verlag sicher sind, mit einem Cover sowohl den Buchhandel als auch die Leser zu begeistern und zu überzeugen.
Sunshine:
Wie sollte man das Manuskript denn einreichen? Sollte man es schon vorformatieren und die gewünschte Schriftart aussuchen?
Timothy:
Es reicht, wenn der Autor uns eine Word-Datei schickt. Anders als beim gedruckten Buch gibt es für eBooks keine festgelegten Schriften, Schriftgrößen oder Satzspiegel; jeder Reader stellt dies anders da und jeder Leser kann selbst entscheiden, welche der angebotenen Formatierungen er haben möchte
Sunshine:
Mhhh, das hat wohl Vor- und Nachteile. Aber gut für den Leser, der kann sich das nach seinen Wünschen einstellen. Aber dadurch ändert sich doch je nach Schriftschnitt die Seitenzahl oder?
Timothy:
Richtig, das ist je nach Gerät und eingestellte Schriftart sowie Schriftgröße unterschiedlich.
Unsere Umfangsberechnung – auf der auch unser Preis festgelegt wird – nehmen wir auf der Grundlage von Standardmanuskriptseiten von ca. 1.800 Zeichen pro Seite vor.
Sunshine:
Viele haben Angst, dass das EBook da Printbuch ablöst, wird das passieren?
Timothy:
Das glaube ich nicht, ich glaube eher, dass gedruckte Bücher in Zukunft noch schöner und wertiger ausgestattet werden – und es als günstige Alternative Bücher gibt, die nur als eBook erscheinen. Es hat ja beides seine Vorteile.
Sunshine:
Stimmt, ich lese im Urlaub eher EBooks und zu Hause Printbücher. Es gibt auch schon Verlage, die zum Printbuch das EBooks mit dazu geben. Fällt dir noch ein Vorteil ein?
Timothy:
Man kann auf einem Reader seine gesamte Bibliothek mit in den Urlaub nehmen oder in die Bahn, um zur Arbeit zu fahren. Für uns als Verlag bietet das eBook außerdem die Möglichkeit, Textformen anzubieten, die es im gedruckten Buch schwer haben würden – von der Serie mit kürzeren Einzelepisoden über Kurzgeschichtensammlungen bis zu Novellen. Auf der Messe haben eBooks außerdem den Vorteil, dass wir hier weniger darauf aufpassen müssen, dass etwas geklaut wird. (lacht)
Sunshine:
Stimmt, das Problem entfällt. Und man hat weniger Gewicht in der Handtasche. Wie kamt ihr überhaupt dazu, zu intensiv mit Bloggern zusammen zu arbeiten?
Susann:
Für uns ist es die beste Plattform um Werbung zu machen, die Rezensionen sind ehrlich und werden gerne gelesen, da ein Mensch dahinter steht, der greifbar ist.
Sunshine:
Das stimmt. Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich danke euch, dass ich euch so lange löchern durfte!



Alles in allem hatte ich wirklich Spaß am Dotbooks Stand und habe einen super Einblick in den Verlag bekommen. Ich muss ehrlich sein, ganz am Anfang, als die Bücher digitalisiert wurden, hatte ich von EBooks überhaupt nichts gehalten aber mittlerweile bin ich felsenfest davon überzeugt, dass beides seine Daseinsberechtigung hat. Wie oft hatte ich im Bus mein aktuelles Printbuch beendet und war froh, Nachschub auf dem Handy zu haben!

Ich hoffe ich habe einige von euch Neugierig gemacht. Schaut auf jeden Fall mal auf der Homepage vorbei, das Verlagsprogramm ist nicht zu unterschätzen. Ich muss es wissen, mein IBooks beheimatet so manches Schätzchen von Dotbooks!

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