Dienstag, 10. Dezember 2013

(Buchvorstellung) Comin 2 Get U von Simon Packham

Heute stelle ich euch mal wieder ein Buch aus dem dtv Verlag vor. An dieser Stelle vielen Dank für das Rezensionsexemplar!


In Onlinespielen zu sterben findet der 13-jährige Sam nicht weiter schlimm, schließlich kann man ja einfach wieder von vorne anfangen. Als seine Figur bewusst in eine Falle gelockt wird bekommt er Drohungen, denn seine Peiniger scheinen ihn auch im wahren Leben zu kennen.
Später bekommt er auch SMS und Mails mit Beleidigungen. Als kurz darauf eine Internetseite auftaucht die sich über ihn lustig macht und dieser Link in der Schule rumgeht wird er schnell vom Klassenclown zum Opfer. Die Drohungen werden immer schlimmer und bald scheint man ihm wirklich nach dem Leben zu trachten! Leider weiß er immer noch nicht wer hinter der Hetzerei steckt.

Mein Fazit:

Ersteinmal finde ich es sehr gut, dass das Thema Mobbing hier bearbeitet wird und das aus der Sicht des Opfers. Man bekommt einen Einblick in Sams doch sehr normales Leben. Er ist werder ein Sympathieträger noch ein klassisches Opfer. Ich würde ihn eher als recht normal bezeichnen.
In seiner Klasse kommt er gut zurecht auch wenn ich oft das Gefühl hatte, dass es ihm an Feingefühl fehlte.
Am Anfang hält er die Stänkereien noch für einen schlechten Scherz und ignoriert es doch als die Drohungen zunehmen wird ihm dann doch zu Recht mulmig.
Hier muss ich sagen, kann ich es absolut nicht verstehen, dass er sich nicht an seine Eltern gewandt hat. Klar, in diesem Alter hat man oft ein gespaltenes Verhältnis mit Erwachsenen aber dennoch sollte die Beziehung noch so intakt sein, dass man sich spätestens bei einer Morddrohung an jemanden wenden kann. Sein Elternhaus wurde als ganz normal beschrieben weshalb mir das nicht so ganz einleuchtete.
Auch hatte ich ein Problem mit den Nebencharakteren die leider alle etwas blass waren. Sie trieben zwar die Geschichte voran aber richtig in sie hineinversetzen konnte ich mich nicht. Das Buch ist so ausgelegt, dass man es als Klassenlektüre in der Schule lesen könnte und gerade hier hätte ich es wichtig gefunden fassettenreiche Charaktere zu erschaffen um die Geschichte besser rüberzubringen.
Was mir dagegen gefallen hat war, dass der Autor zeigte, wie schnell aus Freunden Feinde werden können und dass man manchmal Unterstützung von Menschen bekommen kann, denen man es nicht zugetraut hätte.
Ich hatte die nicht vorhandene Tiefgründigkeit der Charaktere bemängelt und dazu stehe ich weiterhin bis auf bei einer Ausnahme. Die Beziehung zwischen Sam und seinem Großvater ist eine sehr innige und dieser Charakter war in meinen Augen etwas ganz besonderes. Gerade deshalb verstehe ich nicht, warum der Protagonist sich nicht an ihn gewandt hat.
Auch die Auflösung war zwar realistisch jedoch vorhersehbar und recht plump. Das kam mir abgehackt vor und mir hat hier die Lernerfahrung etwas gefehlt denn Sam hat das Verhalten seiner Mitschüler in meinen Augen schon ab und an provoziert.
Ich denke, das Thema ist sehr sensibel und gerade deshalb hätte ich mir in dem Buich mehr Tiefe gewünscht. Ich weiß, dass ist schwer bei 200 Seiten, aber vielleicht hätten dem Buch 50 Seiten mehr ganz gut getan denn immerhin richtet sich das Büchlein an eine pubertierende Zielgruppe und gerade hier ist es wichtig, sich mit dem Protagonisten identifizieren zu können. Mir fiel das teilweise Aufgrund seiner nicht nachvollziehbaren Handlungen recht schwer.



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