Dienstag, 21. Januar 2014

(Gequatschtes) Leipziger Buchmesse - das erste und letzte Mal!

Ich muss gerade einmal Dampf ablassen, denn die Leipziger Messe ist alles andere als bloggerfreundlich.

Vor einiger Zeit hatte ich meine Akkreditierung für die Leipziger Messe losgeschickt und wartete sehnsüchtig auf eine Antwort. In Frankfurt war alles kein Problem, ein paar Tage später hatte ich die Bestätigung und meinen Presseausweis. Also habe ich hier eigentlich auch kein Problem gesehen, zumal der Blog sich auch anständig im Netz etabliert hat. Mit über 120000 Seitenaufrufen im letzten Jahr und 600-700 Besuchern am Tag hatte ich noch nie Grund zu der Annahme, dass es nicht so läuft wie es laufen sollte. Auch sind wir nun über 160 Leser, wenn man sich das in einem Raum vorstellt, sind wir ne ziemlich große Gruppe oder?

Nun kam gestern die Bitte, meine Statistiken zu schicken, um zu schauen, ob der Blog genug Zugriffe hat. Hab mir nix böses dabei gedacht und sogar einen Screenshot gemacht und geschickt.
Zurück kam die Absage, der Blog sei nicht groß genug. Ich musste es echt 2x lesen. Das man einen Blog mit 50-100 Aufrufen vielleicht nicht akkreditiert kann ich noch nachvollziehen aber hier habe ich dann noch einmal nachgefragt und um eine Erklärung gebeten.
Zurück kam eine Antwort mit sehr schwammiger Erklärung, dass durch die Massen (das klingt, als seien wir eine Plage ...) an Bloggern aussortiert werden muss und man sich den Fachbesuchern gegenüber rechtfertigen müsste. Ahhhh ja. Wir sind Journalisten! Wir machen Werbung! Abschließend hieß es: Wir freuen uns natürlich, wenn sie trotzdem kommen.
Klar freut ihr euch ... da macht dann jemand kostenlos Werbung und darf noch Geld dafür zahlen ...
Apropos Geld, erst hieß es, ich könne eine Fachbesucherkarte kaufen woraufhin ich nachfragte, was diese denn kosten soll. Die Antwort: Die Dauerkarte kostet 29 Euro. Somit war man von der Fachbesucherkarte von 19 Euro auch wieder abgerückt. Wobei ich diese wohl bekommen werde aber die Art und Weise, wie hier mit Bloggern umgegangen wird fand ich äußerst fragwürdig.

Ich meine, ums Geld kann es nicht gehen. Im Vergleich zu Frankfurt ist Leipzig günstig. Versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht um die 19 Euro, sondern um die Grundfrage: Sollen wir, die wir am Tag hunderte Menschen erreichen wirklich dafür zahlen müssen, dass wir umsonst Werbung machen? Denn das war die Botschaft unterm Strich. Und sind wir ehrlich: im Gegensatz zu einer Zeitung, ist der Kontakt auf einem Blog viel persönlicher und somit wirkungsvoller. Sowohl in positiven, als auch in negativen Dingen.

Ich persönlich habe mich entschieden nicht über die Messe zu berichten. Ich werde hinfahren (das Hotel ist gebucht) und mich mit den lieben Bloggerkollegen, Verlagen und Autoren treffen. (Und versuchen, meinem Buch ein Zuhause zu vermitteln) Aber nicht mit so einem guten Gefühl wie in Frankfurt, denn Blogbeiträge sind aus Leipzig wohl nicht erwünscht.

Kommentare:

  1. Meine liebe Sonja,
    ich finde es soooooo schade, dass auch du kein Glück mit der Akkreditierung hattest und das zeigt mir, dass ich nur noch auf die Absage warten brauch. Es macht mich echt traurig, dass es in Leipzig so viel schwieriger zu sein scheint, als Blogger auch als Journalist anerkannt zu werden. Ich habe mich entschlossen, dass ich trotzdem von der Messe berichten werde, aber eben auch mit dem Hinweis auf diese Art und Weise der Ablehnung. Vielleicht hat das Team der Leipziger Buchmesse einfach noch nicht begriffen, dass sich wohl auch in Zukunft weniger in Tageszeitungen, Zeitschriften etc. abspielen wird, sondern vermehrt auf Seiten im Netz.

    Ich freue mich trotzdem wie ein Honigkuchenpferd, dich endlich wieder zu sehen!!!

    Ganz liebe Grüße
    Karin

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    1. Ich freue mich auch schon total auf dich :)

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  2. So ging es mir leider letzte Woche auch. Ich habe mich riesig darüber geärgert.
    Dein Blog ist aber schon um einiges größer als meiner und da hätte ich locker gedacht, dass du dann den Presseausweis bekommst.
    Ich kann die Begründung auch überhaupt nicht verstehen. Aber ändern können wir ja nichts daran.
    Naja, ich fahre trotzdem hin. Ob ich dann darüber berichte, weiß ich noch nicht.

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Wir können vielleicht nichts daran ändern, aber agieren, denn negative Nachrichten verbreiten sich 10x schneller als positive. Wenn jeder betroffene die Berichterstattung mit der Begründung (ohne Hetze und Beleidigungen) verweigert, überdenken die verantwortlichen vielleicht ihre Marketingstrategie. Ich würde wetten, dass das richtig schnell die Runde machen wird.

      Von mir wird es keinen Messebericht geben, aber eine Erklärung warum.

      Dann sehen wir uns ja vielleicht auf der Messe :)

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  3. Karma13:09

    Tja, mal verliert man, mal gewinnen die anderen... Zum Trost eine andere Vorschau auf die Messe: http://www.paramantus.net/vorschau-auf-die-leipziger-buchmesse :D

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    1. Hahah, ja der Artikel hat schon einen sehr wahren Kern!

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  4. Genauso ging es mir auch, ich habe jetzt 328 Leser. Und zurück kam genau die gleiche Antwort wie bei dir. Ich finde auch, dass Werbung von uns Bloggern insbesondere BUCHbloggern viel wirkungsvoller ist, als in einer Zeitung, deren Leser sich größtenteils überhaupt nicht für Bücher interessieren... Ich persönlich werde mir jetzt auch gut überlegen, ob ich einen Bericht über die Messe schreiben werde und hoffe, dass die Sache ganz schnell die Runde macht, damit die Marketing-Beauftragten der Messe mal ihr Konzept überdenken!

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