Sonntag, 2. Februar 2014

(Buchvorstellung) Bin ich hier der Depp? von Martin Wehrle

Da ich selbst noch Azubi bin sind meine Joberlebnisse natürlich begrenzt, auch wenn ich selbst schon das ein oder andere erlebt habe. Gerade deshalb wollte ich mir dieses Buch nicht entgehen lassen!
Vielen Dank an den Mosaik Verlag, für das Rezensionsexemplar!


Überstunden? Termindruck? Überfordert und kurz vorm Burn-Out? So geht es viel mehr Menschen als die heutige Wirtschaft uns gerne glauben machen möchte! Auf ganzen 400 Seiten zeigt der Autor und Karrierecoach Lösungswege und Probleme auf. Immer mit einem funken Humor dazwischen.

Mein Fazit:

In meinem Nebenjobs während der Schule ging es mir persönlich immer super gut. Ich war teilweise sogar die, die vom Chef den Kaffee bekam. Das das nicht die Regel ist, ist mir jedoch klar. Auch, dass Überstunden heutzutage leider normal sind. Dennoch war ich teilweise über die Maschen der Firmen schockiert. Der Autor schafft es immer mit einem sarkastischen Unterton auf aktuelle Missstände hinzuweisen und untermauert diese mit Fakten und Erlebnisberichten. Gerade diese "Deppenerlebnisse" waren teilweise wirklich heftig. Sei es der Mitarbeiter, der aus dem Urlaub zurückgepfiffen wurde, die unbezahlten Praktikanten im Nachtdienst oder die putzende Managerin. Das als Außenstehender zu lesen ist mit Sicherheit lustig aber im gleichen Moment wird einem klar: das ist wirklich passiert!

Wer seine Freizeit in der Firma verbringt, bringt es im Leben zu mehr. Zum Beispiel zu: Herzinfarkt, Hörsturz, Burn-out.

Wohl war und wirklich erschreckend. Ich selbst, mittlerweile Azubi, kann den nur zustimmen, zum Glück hatte ich bis jetzt nur ein schlimmes Erlebnis: Auslandsjahr? Fließende Englischkenntnisse? Gutes Abi? Schon 4 Jahre Erfahrung in Grafikdesign? Klar immer her mit dir! Aber erst als Praktikant! Wenn das dann passt übernehmen wir dich! Habe mich natürlich gefreut wie ein Schnitzel. Die Realität: 9-10 Stunden arbeiten ohne Ansprechpartner aber mit voller Verantwortung. Nur die Hälfte des zugesicherten Gehalts (aber man macht es trotzdem, ich wollte ja die Stelle). Mittagspause? Essen? Nene, die Website und das Konzept müssen fertig werden. Das ich bis dahin noch nicht einmal wusste, wie man ein Konzept schreibt wurde natürlich ignoriert. Geendet hat das Ganze dann mit einem Treppensturz dank Übermüdung und leerem Magen sowie einer Gehirnerschütterung mit Krankenhausaufenthalt. Für die Nachuntersuchung musste ich mir Urlaub nehmen. Zwei Tage später bin ich in einen anderen Betrieb geflüchtet. Warum ich euch das erzähle? Weil jetzt einige bestimmt denken: Das ist aber schon extrem und nicht normal ... mmhh jetzt, nach beenden dieses Buches muss ich sagen, es geht noch schlimmer!
Bei einigen Erlebnissen, die hier geschildert wurden war ich wirklich fassungslos und frage mich: Wo soll das hinführen? Eigentlich ist dieser Gewaltmarsch zum Scheitern verurteilt.
Der Coach gibt aber auch Tips, wie man aus dem Teufelskreis aussteigen kann und das "Nein"-Sagen leichter fällt. An und für sich schön, aber ich glaube, dass diese Argumente in so einer Firma nicht gut ankommen. Im Endeffekt brauchen wir unser Geld am Monatsanfang und das weiß der Chef auch. Dennoch sind sehr viele gute Ratschläge dabei und selbst wenn nicht alles umzusetzen ist, so hatte ich großen Spaß beim Lesen und werde das ein oder andere für mich mitnehmen!
Absolute Leseempfehlung von meiner Seite aus!


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