Montag, 10. Februar 2014

(Buchvorstellung) Die Schattensurfer von Hubert Wiest

Es war mal wieder Leserundenzeit bei "Lovelybooks" Und dieses Mal gab es ein selbst verlegtes Buch. BoD-Bücher sind ja immer ein bisschen wie Wundertüten. Man findet langweilige, unglaubwürdige, rechtschreibfehlergespickte und eben auch manchmal ganz tolle darunter. Wo dieses wohl hingehören wird?


Die vierzehnjährige Sansibar möchte endlich im Netzwerk von RUHL aufgenommen werden. Alle wollen aufgenommen werden. Ihre beste Freundin gehört längst dazu. Sansibar lernt wie besessen für die Aufnahmeprüfung. Sie ist bereit, alle Gedanken mit dem mächtigen Netzwerk zu teilen. Nur die einzige Erinnerung an ihre verschwundene Mutter will sie für sich alleine behalten. Computergenie Luan hat nur ein Ziel, Programmierer zu werden. Doch mit einem Diebstahl ruiniert er seine ganze Zukunft und muss fliehen. Sansibar will Luan helfen, oder sind es nur seine tintenblauen Augen, die sie süß findet? Auf jeden Fall hat sie Luan noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen, aber genau das behauptet Luan. Die beiden haben keine Zeit die Sache zu klären und Luan ist überzeugt, dass Sansibar ihn verraten hat. Da macht Kalawesi, der Besitzer eines Vergnügunsparks, Luan ein unglaubliches Angebot. Zum Selberlesen, Vorlesen, Zuhören, Zittern, Bibbern, Mitfiebern und Genießen! Selbst im hintersten Winkel des Internets ist vermeintlich Privates längst öffentlich. Wohin führt diese Entwicklung? Wie lange bleiben unsere Gedanken noch geheim? Oder muss das Wort Geheimnis bald aus unserem Wortschatz gestrichen werden? Was wäre wenn…?

Mein Fazit:

Klingt sehr interessant oder? War es auch, aber immer der Reihe nach:
Das Cover ist von der grafischen Gestaltung her okay. Man hätte die Typografie sicherlich harmonischer gestalten können, aber eine Katastrophe ist es gewiss nicht. Es hat sogar eine ganz besondere Oberfläche, denn der Autor hat sich für einen Soft-Touch-Lack entschieden wodurch sich das Cover wie Gummi anfühlt. Sehr coole Sache aber auf den 2. Blick auch sehr empfindlich, da es nicht kratzfest ist und man Fingerabdrücke auf den schwarzen Flächen sammelt. Dennoch eine coole Idee und irgendwie passt es zum Flair der Geschichte, aber zu der komme ich später.
Das erste, was einem an einer Story auffällt ist wohl der Schreibstil, welcher in diesem Fall eher Mittelmäßig war und dann im Laufe des Buches besser wurde. Es war nicht so, dass es schlecht geschrieben gewesen wäre, aber es gab des Öfteren Wortwiederholungen und da bin ich sehr pingelig, da es mich persönlich immer im Lesefluss stoppt. Das wird wie schon gesagt mit der Zeit besser, aber gerade bei Namen und beim Begriff RUHL tauchen diese sehr oft auf. Teilweise auch direkt 2x als Satzanfang. Aber in der Leserunde war ich, glaube ich, die Einzige, die dies bemängelt hat. Nur um das fairer Weise anzumerken.
Die Idee selbst mit dem totalen Überwachungsstaat ist auch nichts Neues, aber sehr schön umgesetzt und vor allem recht frisch, denn die Inszenierung mit den abgefangenen Gedanken ist mir noch nicht untergekommen. Teilweise gab es große Parallelen zur Hitler-Zeit, wodurch das Ganze, obwohl es in der Zukunft spielt, sehr glaubhaft wirkt.
Mit Sansibar und Luan haben wir zwei recht unterschiedliche Charaktere, die mich je nach Situation mehr oder weniger überzeugen konnten. Sympathisch sind sie aber beide!
Das Buch wird als All-Age-Buch angepriesen aber ich würde es in die Zielgruppe 11-15 Jahre stecken. Für Erwachsene sind einige Reaktionen und Aktionen etwas zu unüberlegt und die Szenerien teilweise zu abgehoben.
Ich selbst kam gut durch das Buch durch, würde es aber wirklich nur jungen Teenies weiterempfehlen die damit bestimmt viel Freude haben werden!


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