Montag, 3. März 2014

(Buchvorstellung) Der Teufel von New York / The Gods of Gotham von Lyndsay Faye

Auf dieses Rezensionsexemplar vom dtv Verlag hatte ich mich schon wochenlang gefreut! Sowohl das Cover, als auch das Thema hatten mich direkt angesprochen, weshalb ich natürlich super glücklich war, als ich es rezensieren durfte.


New York 1845. Die gerade gegründete Polizei der Stadt ist ein zusammengewürfelter Haufen von Schlägertypen und seltsamen Vögeln. Auch Timothy Wilde gehört dazu – gegen seinen Willen. Bei einem Brand wurden seine Zukunftspläne zerstört, sodass er jetzt jede Arbeit annehmen muss, die sich bietet. Eines Tages läuft ihm ein völlig verstörtes kleines Mädchen in die Arme, bekleidet mit einem blutdurchtränkten Nachthemd. Sie will oder kann nicht sagen, wer sie ist. Da sie selbst körperlich unverletzt ist, muss das Blut von einer anderen Person stammen. Kurz darauf findet Tim auf einem entlegenen Gelände neunzehn Kinderleichen. Es kursieren die wildesten Gerüchte, und die politische Situation ist bis zum Zerreißen angespannt …

Mein Fazit:

Also, ich denke, das Cover spricht für sich. Selbst wenn ich den Klappentext nicht lese, bekomme ich einen ersten Eindruck davon, worum es gehen könnte.
Auch kann ich vorab sagen, ich war begeistert von dem Buch. Warum? Nun, zum einen ist da der Schreibstil, den ich wirklich als etwas besonderes empfunden habe. Das Buch ist aus der Sicht eines jungen Polizisten im Jahre 1845 geschrieben. Und zwar aus der Ich-Perspektive. Dementsprechend bekommt man schnell einen guten Eindruck in die Denkweise der damaligen Zeit und vor allem vom Umgang miteinander. Untermauert wird das Ganze mit vielen, gut eingebauten, altmodischen Wörtern.
Timothy mochte ich von Anfang an. Wenn ich ihn mir vorstelle, dann denke ich an einen Gentleman mit Hut und Mantel.
Er wollte eigentlich gar nicht zur Polizei, aber nach einem verheerenden Brand hat er nichts mehr und nimmt das Jobangebot seines Bruders wiederwillig an. Er mag es nicht Ereignisse ohne Emotionen zu betrachten und Menschen in Schubladen zu stopfen. Dementsprechend nimmt er das verstörte Kind, das ihm eines Tages in die Arme läuft sofort bei sich auf und versucht herauszufinden, was passiert ist. Es war interessant zu sehen, wie die damalige Polizeiarbeit abgelaufen ist. Eine Forensik gab es nicht und im Grunde konnte man nur auf Aussage von Ärzten und Zeugen ermitteln.
Das Mädchen, Bird, fand ich auch sehr überzeugend und ihr Schicksal hatte mich echt berührt. Hier zeigte sich wieder, wie unverschönt die Autorin schreibt und wie schwer es Weisenkinder damals hatten.
Bird tut sehr erwachsen, lügt was das Zeug hält und zeigt im Grunde nur, das es der Weg ist, mit dem sie sich bis jetzt am Besten durchschlagen konnte.
Auch politisch hat dieser Thriller viel zu bieten, denn er zeigt wie schwierig die damalige Situation war und wie viele Brennpunkte es gab. Womit wir zum größten Pluspunkt des Buches kommen. Er weist nicht nur eine sehr gut durchdachte Story auf sondern extrem viele Fakten. Ich hatte schon lange kein so gut recherchiertes Buch mehr in der Hand. Man hat das Gefühl, selbst durch New Yorks Straßen zu laufen, alles mitzuerleben, sei es fiktiv oder wirklich geschehen.
Was mich aber am meisten überraschte war das Ende, denn hier wird noch einmal alles über den Haufen geworfen und doch ist die Auflösung. so erschreckend sie auch ist, einfach nur logisch.
Wer einen rasanten Thriller, mit einem altertümlichen Sprachstil und einem sehr gut ausgearbeiteten Plot mit viel Recherche sucht, der ist hier genau richtig!



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