Samstag, 29. März 2014

(Buchvorstellung) Sucht von Simon Borowiak

 
Titel: Sucht
Autor: Simon Borowiak
Seiten: 288
Erscheinungstermin: 10.03.2014
Verlag: Knaus
Originalversion: Ja
Originaltitel: Sucht
Rezensionsexemplar: Ja

Was hat mich an dem Buch angezogen?
Ich hatte das Buch auf einem anderen Blog unter den Neuerscheinungen entdeckt und der Klappentext klang super!
Inhalt:
Bitterernst und federleicht – ein Roman über Sucht, wie es ihn noch nie gab.
Cromwell hat sieben Hausärzte am Start, die nichts voneinander wissen und ihm reichlich Aufputsch- und Beruhigungsmittel verschreiben. Das geht natürlich nicht ewig gut, und so beschließen seine Freunde, den Tablettensüchtigen zur Entgiftung in die Klinik einzuweisen.
Simon Borowiak gelingt das Meisterstück, über das Innenleben einer psychiatrischen Notaufnahme, über die Abgründe von Süchtigen und die Schmerzen der Depression so schreiben, dass jede Zeile Spaß macht. Denn Borowiak erzählt von eigenen leidvollen Erfahrungen, weiß aber sehr genau: Die schlimmsten Dinge im Leben kann man nur als Komödie erzählen. (Klappentext, Amazon)

Cover:
Das Cover ist super gestaltet. Gerade das Schlichte, lässt den Titel für sich sprechen. Wobei ich so nicht darauf gekömmen wäre, dass es sich um eine Komödie handeln wird.

Titel:
Kurz, prägnant und treffend. Mehr kann man da wirklich nicht zu sagen. Manchmal reicht eben ein einziges Wort.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Wenn ich es mit einem anderen Buch vergleichen müsste, würde meine Wahl auf "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" fallen. Es ist ähnlich kindlich, naiv und doch durchtrieben. Die Geschichte ist aus Schlomos Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Wenn die anderen Charaktere erzählen, springt es in die 3. Person.

Charaktere:
Zum einen hätten wir Schlomo, der jetzt trockener Alkoholiker ist und sich in der Entzugsklinik bestens auskennt. Alle kennen ihn dort. Als er merkt, wie es mit seinem Freund Cromwell immer weiter bergab geht, da dieser Tablettenabhängig ist, schleppt er ihn kurzerhand in die Klinik. Cromwell tut sich gerade am Anfang sichtlich schwer, mit all dem klar zu kommen. Und zu guter letzt hätten wir noch den blinden Mendelssohn, der zwar nix sieht, aber Geld hat. Und das brauchen die drei, denn sie wollen eine Detektei gründen. Trocken, versteht sich.

Erwähnenswert:
Ich habe so etwas noch nie gelesen. Sucht ist eigentlich ein Thema, über das viele nicht gerne reden und wenn es Geschichten darüber gibt, dann mit mahnendem Zeigefinger. Das ist hier absolut nicht der Fall. Das Buch strotzt vor Witz, Situationskomik, Sarkasmus und Ironie.

Stuck in my Head:
»Auf wie viel pro Tag bist du denn jetzt?«, fragte ich professioneller Suchtberater.
»Hm, auf, etwa, bis zu – sechs oder sieben.«
Ich nahm eine leere Tablettenschachtel: »Von denen hier? Sechs bis sieben à zehn Milligramm?«
»Hm, ja, so circa. Können auch zehn bis zwölf sein.« »Mein Lieber ...«
»Ich weiß.«
Krisenreif:
Trotz der tollen Story, dem Humor und des außergewöhnlichen Themas hätte dem Roman gerade in der Mite und zum frühen Ende hin etwas mehr Tempo gutgetan. Es gab leider die ein oder andere Länge, auf die ich hätte verzichten können.

Fazit:
Simon Borowiak hat es geschafft, mich über ein Thema lachen zu lassen, das eigentlich so gar nicht lustig ist. Der Humor wirkt nie aufgesetzt und das Thema Sucht nie verharmlost. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, ein Aufklärungswerk in den Händen zu halten, sodass ich viel Spaß beim Lesen hatte. Nur die ein oder andere langatmige Stelle hat meinen Lesefluss gestört, weshalb ich einen Punkt abziehe. Dennoch, ein sehr gutes Buch, welches ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann!



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