Sonntag, 2. März 2014

(Gequatschtes) Hilfe, die Amis übernehmen die Macht!

Naja, das ist vielleicht etwas extrem ausgedrückt, aber es beschäftigt mich doch schon seit einiger Zeit. Ein Großteil der Bücher, die wir bei Verlagen finden sind aus den USA. Deutsche Autoren sammeln sich bei Kleinverlagen oder unter den Indies. In einer Suppe aus guten und weniger guten Büchern. Die wirklichen Hits gehen dort einfach unter wie Suppennudeln.

Das ist unglaubliche schade, denn gerade auf Lovely Books suche ich mittlerweile gezielt nach deutschen Autoren, denn ja, wir können auch schreiben! Kerstin Gier, Astrid Körten, Sebastian Fitzek, Nele Neuhaus und Rainer Wekwerth müssen sich nun wirklich nicht verstecken. Sie alle haben bewiesen, dass sie Bestseller schreiben können.

Was ist also los in den großen Verlagen? Natürlich gönne ich Leuten wie Cassandra Clare, James Patterson und Becca Fitzpatrick ihren Erfolg und meinem Bücherregal würde ohne sie definitiv etwas fehlen, aber steht es so schlecht um die Buchbranche, dass wir die Amerikaner nun als Vorkoster engagieren? Wenn's Mittagessen vergiftet wurde, hat man halt einen Leibeigenen weniger ... Denn genau das ist es, was momentan auf dem Markt passiert. Nett ausgedrückt könnte man sagen, wir importieren viel, kaufen Rechte ein, stellen internationale Bestseller vor, aber nüchtern betrachtet tun wir nur eins: Risikominimierung betreiben.

Aber haben wir das wirklich nötig? Letztes Jahr war es ganz ganz schlimm. Ich hatte fast nur Amis auf meinem Nachttisch liegen. Dieses Jahr geht der Trend wieder mehr in Richtung Debütautoren, was ich sehr schön finde! Aber unterm Strich werden doch noch immer sehr viel mehr Übersetzungen angeboten als Originale.

Was denkt Ihr darüber? Habt ihr mal drauf geachtet, wenn Ihr durch die Buchhandlungen spaziert?

Kommentare:

  1. Leider hast du absolut recht. Selbst Kleinverlage konzentrieren sich teilweise nur noch auf den Kauf von Lizenzen aus den USA.
    Aber auch angeblich unabhängige Community's wie Lovelybooks sind - so sehr ich das Portal ansonsten Mag, davon gesteuert.
    Portale wie Lovelybooks haben die Macht, an dieser Situation, wie du sie oben genannt hast, zu ändern.
    Aber sie Handeln - ich denke es geht dabei auch um Geld - von den Verlagen gesteuert.
    Darum haben natürlich auch unabhängige Kleinverlage oder Indiautoren keine wirkliche Chance etwas daran zu ändern.
    Okay, ich bin nun als Kaumleser nicht in der besten Situation, allerdings trifft auch much als Autor diese Entwicklung natürlich schwer.

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    1. Aber auf Lovely Books wirst du noch am ehesten auf deutsche Autoren aufmerksam, wenn sie selbst oder in einem Kleinverlag veröffentlicht haben. Da darf ja jeder eine Leserunde starten. Nur ich hab halt schon sehr viele schlechte Erfahrungen mit Indies gemacht weshalb die guten oft untergehen.
      Wobei du da als Autorin natürlich näher dran bist, als ich als Blogger. Ich sehe ja nur, was letzten Endes in den Verlagsvorschauen endet.

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  2. Hallo,
    interessantes Thema welches du ansprichst. Sicherlich geht es dabei ausschließlich nur um Geld. Für Verlage ist das Risiko einen im Amiland, bereits bekannten amerikanischen Autor/in einzukaufen natürlich viel geringer, als ihr Glück mit einen unbekannten dt. Autor/in zu versuchen. Mit den Amis können sie sich ihre Erfolgschancen und somit ihren Gewinn, besser ausrechnen und eher vergrößern, als mit dem Risko von jemand Unbekannten.
    Da spiegelt sich der Kapitalismus. Muss man einfach so sagen.
    Ich finde es auch schade das die Autoren im eigenen Land mit dieser Strategie ins Hintertreffen geraten. Ich bin mir sicher, das da noch einige Bücherschätze schlummern, die deswegen wohl nie groß raus kommen werden.
    In meinem Bücherregal sind gerade mal vielleicht 20 Prozent dt. Autoren zu finden, den Rest teilen sich größtenteils Amerikaner und Engländer.
    Ich muss aber auch sagen, das ich mit dt. Autoren schon oft genug schlechte Erfahrungen gemacht habe, besonders mit den Selbstveröffentlichern oder Kleinverlagsbüchern, Zwecks Qualität. Was mich als Leser natürlich ermüdet und in die Autorenarme aus Übersee treibt. Ein bisschen wie ein Teufelskreis.

    LG

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    1. Ich stimme dir voll und ganz zu.
      Die guten Sebstveröffentlicher, die dies nur tun da sie nicht ins Verlagsprogramm passen leiden darunter denn es gibt auch unglaublich viel Mist da draußen. Dank BoD kann ja jetzt jeder veröffentlichen was er will...

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  3. Hmm, ist mir jetzt noch nicht so aufgefallen. Gerade im Krimibereich ist die Bestsellerliste doch oft gepflastert mit deutschen Autoren.
    Ich hab gerade mal nachgezählt: 2013 waren ein Viertel aller meiner gelesenen Bücher von deutschen Autoren - und keins davon ist in einem kleinen, unbedeutenden Verlag erschienen :) Ich weiß ja nicht wie es anderen geht, aber ich persönlich wähle meine Bücher nicht danach aus, aus welchem Land die Autoren kommen, sondern danach, ob es interessant klingt und aussieht.

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    1. Natürlich wählt man nicht nach der Herkunft der Autoren aus, man wählt aus dem Pool aus, den mal vorgesetzt bekommt. Und wie du schon sagtest: Es sind nur 1/4.

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    2. Sicher? Oder wählt der Verlag vielleicht eher das aus, was die Leute nachfragen? Die meisten Trends kommen nun mal aus den USA und können mit Übersetzungen am schnellsten bedient werden. Und das eine Viertel ist wohl kaum repräsentativ. Ich lese z. B. so gut wie keine Krimis oder historischen Romane, wo deutsche Autoren auch gut vertreten sind.

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    3. Vielleicht ist es mittlerweile auch ein Teufelskreis. Ich denke trotzdem, dass es um Risikominimierung geht. Denn die USA testet ja sozusagen vor.

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  4. Mir gefallen auch deutsche Autoren. Ich habe einige in meinem Regal stehen, auch aus großen Verlagen. Klar die Mehrzahl geht hin zu Übersetzungen.
    Letztes Jahr habe ich Alexandra Pilz für mich entdeckt. :)

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    1. Sicher, das Gefallen hat ja auch niemand in Frage gestellt. Es werden nur einfach immer mehr Lizenzen eingekauft und wenn der Trend so weitergeht, finde ich das schon Besorgnis erregend.

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    2. Ich denke aber nicht, dass die Verlage dadurch großartig ein Risiko vermeiden.
      Es gibt auch Bücher die schon in den USA schlecht ankommen und trotzdem hier in Deutschland rauskommen. Wenn sich dann hier die Leute schon darauf konzentrieren die englischen Meinungen zu lesen, könnte es passieren das der Verlag mit dem Buch gegen die Wand läuft.
      Das mit dem "Gefallen" war dann im Thema falsch.

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    3. Das verstehe ich auch nicht, dass Bücher, die drüben schlecht bewertet wurden, trotzdem bei uns landen...

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  5. Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe zwar doch ziemlich viele deutsche Autoren im Regal stehen, aber hauptsächlich auch eher welche, deren Namen schon bekannter sind z. B. Kai Meyer, Nina Blazon, Isabel Abedi.
    Durch den Drachenmond Verlag habe ich zwei neue deutsche Autorinnen, Lena Klassen und Britta Strauß, kennengelernt, aber sonst sieht es wirklich mit deutschen Autoren etwas Mau aus.
    Ich finde ja Bücher, die schon im Deutschen geschrieben wurden, viel authentischer, da bei Übersetzungen sicher sehr viel vom eigentlichen Schreibstil verloren geht.
    Vielleicht sollte ich da schon ein bisschen mehr darauf achten und eventuell finde ich bei dir ja ein paar Anregungen ;-)

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Kai Meyer habe ich grade in der Hand *g*
      Beim Drachenmond Verlag habe ich letztens Christine Milan entdeckt. Sie sollte man auch im Auge behalten. Zumindest hat mir ihr Buch gut gefallen.
      Wo du es gerade ansprichst, die Übersetzungen ruinieren wirklich immer öfter den Schreibstil. Teilweise wird dann auch noch die englische Satzstellung beibehalten.

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  6. Ich finde es auch ein bisschen schade, dass so viele deutsche Autoren, die auch durchaus gute Manuskripte abliefern, nicht veröffentlicht werden. Denn die Zahl der jährlichen Manuskripteinsendungen sind gigantisch. Und dass da dann nur so wenige gute Debüt-Romane bei sein sollen, wage ich zu bezweifeln.
    Gut, bereits veröffentlichte Bücher bergen ein geringeres Risiko. Und zugegebenermaßen sind die USA und England zusammen um einiges größer als Deutschland, heißt, es gibt eine viel größere Spannbreite an Autoren und damit auch sehr viele englischsprachige Bücher, die nicht übersetzt werden. Aber das amerikanische/ englische Bücher den deutschen Buchmarkt dominieren ist schon schade. Denn Bücher in ihrer Originalsprache haben noch das gewisse Etwas.

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Potenzial haben bestimmt einige. Ich lese auch viel auf Englisch. Es spricht auch nichts dagegen, ich finde nur, man sollte sich überlegen, ob man sich den eigenen Buchmarkt so kaputt machen soll. Wer weiß, wie es in 50 Jahren aussieht? Wenn dann jemand fragt: Wer ist dein deutscher Lieblingsautor? Und wir müssen antworten: Keine Ahnung, seit 2038 wurde kein Deutscher mehr veröffentlicht, wir haben kein Geld um das Risiko einzugehen.
      Sicher, ein überspitztes Szenario, und soweit wird es wohl auch nicht kommen, aber es wird mit Sicherheit immer weniger Originalausgaben geben.

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  7. Auf alle Genres trifft dies aber nicht zu: Bei den historischen Romanen stammen mindestens 50% der aktuellen Bücher aus der Feder deutschsprachiger Autoren, und Bücher, die aus dem Englischen übersetzt werden, stammen wesentlich häufiger von Briten als von US-Amerikanern.

    Wie es bei anderen Genres aussieht, kann ich schlecht beurteilen, da ich hier nur hin und wieder zu einem Buch greife. Ich habe allerdings in Foren schon mehrfach gehört, dass Bücher (Thriller, Fantasy, Chick-Lit), die in Deutschland spielen, nicht ganz so gut angenommen werden, wie wenn sie im (englischsprachigen) Ausland spielen. In dem Fall ist es kein Wunder, wenn tatsächlich Amis bevorzugt würden oder sich auch gelegentlich deutsche Autoren hinter englischen Pseudonymen verbergen.

    Liebe Grüße
    Rissa

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    1. Ja, bei historischen Romanen mag das stimmen aber wenn du in den Jugendbuchbereich gehst, dann sind vielleicht noch 5% deutsch.

      Ich weiß nicht, ob die wirklich schlechter ankommen. Es wäre ja auch nicht schlimm, wenn deutsche Autoren den Schauplatz in die USA verlegen.

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  8. Vor allem ist es schade um die ganzen unveröffentlichten deutschen Autoren ...

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    1. Da hast du recht. Bestimmt schlummert noch der ein oder andere Schatz auf den Computern.

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