Sonntag, 30. März 2014

(Hörbuchvorstellung) Stromberg - Das Hörspiel zum Film von Ralf Hausmann

 
Titel: Stromberg - Das Hörspiel zum Film
Autor: Ralf Hausmann
Gelesen von: Christoph Maria Herbst
Dauer: Ca. 1h 35min
Erscheinungstermin: 01.03.2014
Verlag: Random House Audio
Originalversion: Ja
Originaltitel: Stromberg - Das Hörspiel zum Film
Rezensionsexemplar: Ja

Was hat mich an dem Hörbuch angezogen?
Ich war vom Film begeistert und lag vor Lachen fast unterm Stuhl. Dennoch war ich skeptisch, ob und vor allem wie man daraus ein Hörspiel machen will.
Inhalt:
Im selben Jahr, in dem sich Carl Benz den Motorwagen patentieren lässt, erfindet Friedrich Soennecken in Bonn den Aktenordner und den Locher. Insofern ist nicht nur das Auto, sondern auch das moderne Büro etwas typisch Deutsches. Besonders das Büro einer Versicherung, denn davon gibt’s in Deutschland am meisten. Im Büro ist man quasi im Zentrum des Deutschseins. Wir sind mittlerweile eben eher das Land der Dienstleister als das der Dichter und Denker. Für die meisten spielt sich ein Großteil des Lebens dort ab, zwischen Papierstau und Hormonstau, kleinen Intrigen und großen Dramen.  Eine weise Vorahnung – und trotzdem macht sich Stromberg mit seinen Mitarbeitern aus der Schadensregulierung auf den Weg in ein Landhotel, in das die CAPITOL Versicherung die gesamte Belegschaft zur 50-Jahre-Jubiläumsfeier geladen hat.  Mit dabei sind natürlich auch Berthold „Ernie“ Heisterkamp (Bjarne I. Mädel), das langjährige Mobbingopfer der Abteilung, Lieblingskollegin Jennifer Schirrmann (Milena Dreißig) und das verheiratete Kollegenpaar Ulf und Tanja Steinke (Oliver K. Wnuk, Diana Staehly) samt Pflegesohn Marvin. Es könnte so ein schöner Abend werden – hätte Stromberg nicht erfahren, dass die Schließung seiner Filiale unmittelbar bevor steht. Rettung verspricht nur ein Wechsel in die Zentrale – und genau den will er auf der Feier anbahnen, wo alle Entscheidungsträger der CAPITOL versammelt sind. Doch ausgerechnet Ernie hat denselben Plan – und liefert sich mit Stromberg ein Duell, in dem sich beide dem Vorstand von ihrer allerbesten Seite präsentieren.  Während Ernie den Vorzeigeangestellten mimt, gibt sich Stromberg als fürsorglicher Vater der Abteilung, der von seinen Mitarbeitern geschätzt und geachtet wird. Dass genau das nicht der Fall ist, wird schnell klar – doch „Büro ist Krieg, und den gewinnt man nicht bei der Heilsarmee“. Und Stromberg wäre nicht Stromberg, wenn er nicht trotzdem auf seine unvergleichliche Art punkten könnte. So scheint das Ziel ganz nah – und doch so fern. Denn irgendetwas ist faul im Staate CAPITOL, und Stromberg muss sich entscheiden: Soll er sich durchmogeln wie sonst auch, oder soll er diesmal Farbe bekennen und alles auf eine Karte setzen? (Klappentext, Amazon)

Cover:
Zum Cover ist nicht viel zu sagen. Man erkennt aus zehn Metern Entfernung auch noch ohne Brille, worum es geht. Die "Verschönerung" auf dem Capitolschild zeigt auch sofort, dass das Hörbuch einen Bezug zum Film hat.

Titel:
Der Titel ist eigentlich nur eine Beschreibung, was es ist und weder gut noch schlecht gewählt sondern einfach nur passend. Ich wäre schockiert gewesen, wenn man dem Hörspiel einen anderen Titel als dem Film gegeben hätte.

Sprachstil:
Hier war ich ehrlich gesagt enttäuscht. Ich Grunde ist es einfach nur die Tonspur des Films und dementsprechend hat man als Laie keine Bilder vor Augen. Stromberg erklärt an, ich glaube gerade mal drei Stellen, was gerade passiert. Den Rest darf man sich zusammenreimen. Ich habe den Film gesehen und diesen auch noch frisch in Erinnerung. Wenn man den nicht gesehen hat, dann fehlt einem oft das Visuelle.

Charaktere:
Im Grunde ist der Film/das Hörspiel ein Abschluss zur Fernsehserie, weshalb alle Charaktere noch einmal vorkommen. Ernie ist Ernie, der Papa lässt wie immer das Ego heraushängen und Tanja und Ulf haben mit ihrem Pflegekind zu kämpfen. Dieses ist leider komplett unerzogen und malt lieber Phallussymbole auf die Hoteleinrichtung als sich zu benehmen. Das liebe Schirmchen weiß auch immer noch nicht, was sie vom Bernd halten soll. Im Grunde ist alles, wie man es kennt und 1:1 vom Film übernommen.

Erwähnenswert:
Ich hatte viel Spaß beim Hören und der Film wurde wirklich komplett übernommen.

Stuck in my Head:
„Man denkt immer, im Büro passiert nie was, und dann passiert da das ganze Leben.“ Ulf Steinke
Krisenreif:
Es haben eindeutig Erklärungen gefehlt. Das Hörspiel richtet sich an Leute, die den Film gesehen haben. Ohne dieses Vorwissen sind einige Situationen leider unklar und nur halb so lustig, da das Verständnis fehlt.

Fazit:
Ich bin ein großer Stromberg-Fan und fand den Film klasse. Aber bei diesem Hörspiel hat mir einfach ein bisschen die Verdeutlichung gefehlt. Ich selbst hatte keine Probleme, da ich den Film noch im Kopf habe, aber wenn ich es mir in 1-2 Jahren anhören würde, dann sähe das ganz anders aus. Das ist auch der Grund, weshalb ich leider 2 Sterne abziehe. So ein Hörbuch sollte für jeden verständlich sein. Um es auf den Punkt zu bringen: Es muss auch der 92-jährige, halbblinde Opa verstehen können, der es nicht ins Kino geschafft hat. Und das ist leider nicht der Fall. Für alle, die den Film kennen und lieben, aber dennoch einen Blick wert.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...