Dienstag, 15. April 2014

(Buchvorstellung) Half Bad - Das Dunkle in mir von Sally Green

 
Titel: Half Bad - Das Dunkle in mir
Autor: Sally Green
Seiten: 432
Erscheinungstermin: 31.03.2014
Verlag: cbj
Originalversion: Nein
Originaltitel: Half Life Trilogy 1 - Half Bad
Rezensionsexemplar: Ja

Was hat mich an dem Buch angezogen?
Das Cover und der Titel. Der Klappentext hatte es dann endgültig entschieden: Ich musste es lesen.
Inhalt:
Wenn das Böse in dir lauert, bist du dann dazu verdammt?
Nathan wird gejagt. Seit seiner frühesten Kindheit wird er von der Regierung beobachtet, verfolgt, eingesperrt. Denn Nathan lebt in einer Welt, in der – mitten im modernen Alltagsleben – Hexen existieren. Weiße Hexen, die sich selbst für gut erachten und die Regierungsmacht in ihren Händen halten. Schwarze Hexen, die gefährlich und skrupellos sind und im Untergrund arbeiten. Und Nathan, der beides ist – denn seine Mutter war eine Weiße und sein Vater Marcus ist der gefürchtetste Schwarze aller Zeiten. Nathan ist ihm nie begegnet, aber von so einem Vater kann er nur Dunkles und Böses geerbt haben. Oder? Um an Marcus heranzukommen, stellt der Rat der Weißen eine tödliche Falle – mit Nathan als Köder. Bald wird Nathan von beiden Seiten gejagt und muss sich entscheiden, wofür es sich zu kämpfen lohnt: für die gute Seite in ihm – oder für die böse … (Klappentext, Amazon)

Cover:
Ich liebe dieses Cover! Alles andere ist bei der Gestaltung auch völlig unmöglich!

Titel:
Auch der Titel ist passend, auch wenn wir Deutschen mal wieder einen Untertitel brauchen. Scheint ein Kulturgut von uns zu sein ...

Schreibstil:
Ich liebe ihn einfach. Nathan ist ein toller Ich-Erzähler und auch die Abschnitte, in denen er den Leser direkt anspricht und dabei die Du-Form verwendet waren sehr interessant, da man in diesem Moment selbst zum Protagonisten wird. Generell ist der Stil sehr jugendlich und rasant, sodass ich es an einem Tag verschlungen hatte. Allerdings ist es oft sehr brutal und ich habe viel mitgelitten. Folterszenen und Demütigungen werden sehr ausführlich beschrieben und wenn man glaubt, es kann nicht schlimmer kommen, tut es das doch. Ich denke, gerade der Schreibstil, der nah am Leser ist hat es so krass erscheinen lassen. Im Nachhinein war ich verwundert, dass es beim cbj und nicht beim cbt Verlag erschienen ist. Ich würde das Buch keinem unter 14 in die Hand drücken.

Charaktere:
Hier konnte das Buch einen weiteren Pluspunkt sammeln, denn nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Antagonisten waren sehr schön ausgearbeitet. Aber fangen wir bei Nathan an. Er selbst war ein Charakter, wie er besser kaum dargestellt werden kann. Er lebt zusammen bin seinen drei Halbgeschwistern bei der Großmutter und kommt mit allen, bis auf mit Jessica klar. Sie hasst ihn und prophezeit, dass er wie sein Vater, den er nicht einmal kennt, werden wird. Denn Marcus ist der gefährlichste schwarze Hexer, den es gibt. Und man sagt ja, wie der Vater, so der Sohn. Aber Nathan ist mehr weiß als schwarz, dessen ist er sich sicher. Doch obwohl seine Großmutter und die anderen beiden Geschwister zu ihm halten, machen die anderen Hexen ihm das Leben zur Hölle. Und das nicht nur durch Hänseleien. Die Gesetze gegen Halbblüter werden immer schärfer, die Prügel immer lebensgefährlicher und zu guter letzt wird er seiner Familie entrissen und in einen Käfig gesperrt. Gerade in dieser Zeit und danach konnte Nathan als Charakter überzeugen. Er leidet unter posttraumatischer Belastungsstörung und einem anfangenden Stockholm Syndrom, was durch seine Alpträume, Nägel abkauen, Rastlosigkeit und dem ständigen Hinterfragen, was Celia, die Frau die ihn gefangen hält, über seine Handlungen denkt. Dies zeigt sich vor allem, Nachdem er frei und auf der Flucht ist. Celia ist ein Charakter, den ich nur sehr schwer einzuschätzen konnte. Auf der einen Seite schlägt sie ihn und hält ihn klein, auf der anderen kümmert sie sich aufrichtig. Hier bin ich sehr gespannt, wie sich das in den nächsten Büchern entwickeln wird. Man versucht sie zu hassen, aber es ist schwer. Ansonsten ist Aaron wohl noch erwähnenswert, er ist Nathans Halbbruder und die beiden stehen sich sehr nahe. Er war einfach nur unglaublich lieb. Nathans Vater könnte mich nicht ganz so überzeugen nachdem er den Satz "Du kamst die letzten Jahre doch gut ohne mich klar." losgelassen hatte. Denn genau das tat Nathan eben nicht!

Erwähnenswert:
Das Buch spielt trotz aller Magie in der heutigen Zeit und noch dazu in Großbritannien. Mit "Harry Potter" hat es aber überhaupt nichts zu tun. Die Magie ist auch nur sehr dezent wodurch ich das Buch fast schon realistisch fand. Man vergisst es oft.

Stuck in my Head:
"Wie steuere ich meine Gabe?" Ich wische mir die Nase mit dem Handrücken ab und antworte: "Sie denken daran und ..." Und wieder liege ich auf dem Boden. Der Lärm bricht ab, und ich betrachte die Dielenbretter. Die Dielenbretter und ich sind alte Freunde. Ich sehe sie an, auf der Suche nach einer Antwort. Aber sie sind in solchen Dingen keine große Hilfe. Ich rappel mich auf die Knie hoch. "Nun?" Ich zucke die Achseln. "Sie tun es einfach." "Ja." Sie schlägt mir auf den Kopf. "Wie schlagen. Ich weiß, dass ich es tun will, wo und wen, und es ist beihnah ein Reflex. Ich tue es einfach. Ich brauche nicht darüber nachzudenken, den Arm zu heben und die Hand zu bewegen." Sie versetzt mir einen weiteren Schlag. 

Krisenreif:
Eine Szene fand ich dann doch sehr, sehr unrealistisch. Nathan versteckt tagelang einen Nagel im Mund trotz Prügel, Schlaf, Schreien, Sprechen, Ohnmachtsanfällen und nem Knebel im Mund. Also ehrlich: Den hätten wir doch alle schon verschluckt...

Fazit:
Das Buch hat es geschafft, einen Ehrenplatz in meinem Regal zu bekommen. Es weiß trotz der stark vertretenen Gewalt zu begeistern und reißt den Leser mit! Die Charaktere sind alle gut durchdacht und viele habe ich in mein Herz geschlossen. Vor allem Nathan, der eben kein typischer unverwundbarer Held ist sondern Jemand wie du und ich. Am liebsten würde ich jetzt schon die Buchhandlung für Teil 2 stürmen, aber da heißt es warten bis 2015 ... Absolutes Must Read dieses Jahr!


Kommentare:

  1. Huhu,
    na dann liegt es ja zurecht auf meiner Wunschliste wenn du es so toll findest :)
    Finds ja auch klasse, das wir mal wieder einen sympathischen und realistischen männlichen Hauptprotagonisten haben. Nach deiner Beschreibung denke ich das mir das Buch trotz der gewaltsamen Szenen ganz gut gefallen wird und irgendwie gehören die ja auch dazu und sind wichtig für Handlungen etc.

    Also ne sehr schöne Rezi ♥

    LG :)

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    1. Nathan hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ja, die Szenen sind schon wichtig um das gewuenschte Flair zu erzeugen, aber heftig ist es trotzdem. Also 2 Szenen haben definitiv nicht in den Kinderbuchbereich gehoert.

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  2. Hey =)
    Sehr überzeugende Rezension! Das Buch steht nun ganz oben auf meiner Wunschliste =)

    LG
    Anja

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    1. Danke, das freut mich :)
      Bin schon gespannt, was du dazu sagen wirst.

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  3. Hallo! :)
    Dieses Buch hat mich vom ersten Moment an angesprochen, aber irgendwie war ich mir trotzdem noch unsicher. Aber deine Rezension ist richtig gut, nachvollziehbar, begründet, überzeugend - kurz: Ich will das Buch lesen!! *-* Am liebsten sofort.
    Deine Rezi hat einen guten Eindruck von dem Buch gegeben und jetzt möchte ich es unbedingt haben.

    Liebe Grüße
    Dana :)

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    1. Das freut mich! Ich finde, es ist eins der besten seit Anfang des Jahres. Man darf nur leider nicht zu sensibel sein. Sonst leidet man arg mit, so wie ich ^^

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  4. Huhu,
    das Buch habe ich auch schon ins Auge gefasst, da der Inhalt echt toll klingt und du bist ja jetzt auch total begeistert davon.
    Ein bisschen unsicher bin ich jetzt, ob es mir nicht zu brutal ist. Aber es wandert erstmal auf meinem Wunschzettel :)

    Liebe Grüße
    Lyiane

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    1. Ja, ich wuerde es gerne schoenreden. Aber es sind Szenen drin (ich versuch mal nicht zu spoilern) wo man ihm mit dem Messer sehr lange in den Ruecken ritzt und eine andere wo man ihm eine Art Brandmale verpasst, Die fand ich wirklich uebel. Der Rest ist normales Jugendbuch-Niveau.

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  5. Wir haben uns ja schon drüber unterhalten. :)
    Hört sich gut an deine Rezension. Aber dein kurzer Auszug hat sich nicht ganz so locker lesen lassen. Wenn man bedenkt das es sich um ein Buch aus dem cbj handelt.
    Haha, das mit dem Nagel. Ich hätte den auch schon längst verschluckt...^^^

    Liebe Grüße auf den anderen Kontinent :)

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    1. Ja, das Buch ist oft, dadurch, dass Nathan erzaehlt jugentlich geschrieben aber die Gewaltszenen sind sehr ausfuehrlich. Wobei der Schreibstil wirklich gut ist. In dem Auszug sieht man, wie nuechtern er das Ganze irgendwann betrachtet und sich mit einem gewissen Gewaltpegel abfindet. Aber es gehoert meiner Meinung nach auch nicht ins cbj Programm.

      An dem Nagel waere ich erstickt, da waere das Buch fruehzeitig zu Ende gewesen XD

      PS: Ich will meine Umlaute zurueck! *heul*

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