Sonntag, 13. Juli 2014

(Gequatschtes) John Green und sein Zauber

Ich glaube, ich habe noch einem Autor einen Post gewidmet, aber ich denke, das werde ich von jetzt an ab und an tun. Nachdem ich drei Bücher von John Green gelesen habe muss ich ehrlich sagen, dass er es jedes Mal geschafft hat mich zu berühren. Warum? Weil ich oft einen Teil von mir darin wiederkenne, selten so viel gelacht habe und wir sprechen hier nicht von bösem Sarkasmus (na gut, von leichtem), sondern von einem wundervollen Humor und zu guter Letzt, weil mir jedes seiner Bücher in Erinnerung blieb.

Fangen wir mal mit "Looking vor Alaska" (Eine wie Alaska) an. Ich hatte mir das Buch gekauft, weil es einen Riesenhype darum gab. Im gleichen Moment bereute ich es, denn gerade solche Bücher mag ich oft nicht (Ich hype lieber selbst welche *grins*).
Aber dann fing ich an zu lesen und war sofort hin und weg. Ich habe mich totgelacht, bis ich zur Hälfte durch war, denn dann kam eine Szene, die ich aus eigener Erfahrung fast so kannte. Da ich das Buch nicht spoilern möchte, erzähle ich einfach mal, was ich erlebt habe.
Ich bin nach dem Fachabitur nach Los Angeles auf ein College und habe dort ein Jahr lang Design, Photographie, Film und Englisch Kurse belegt. Eines Morgens kam ich zum Unterricht und wir wurden noch vor Beginn in die Aula gerufen. Ein paar haben schon getuschelt und ich schnappte schon etwas auf und ahnte, dass etwas Schlimmes passiert war.
Unsere Rektorin teilte uns dann mit, dass eine Gruppe Studenten einen Partybus gemietet hatten und sich, obwohl sie unter 21 waren total, abgeschossen hatten. Auf dem Rückweg bekamen sie nicht mit, dass sie jemanden vergessen hatten und dieser Junge hat betrunken versucht nach Hause zu laufen: quer über den Highway. Dabei erfasste ihn ein Auto. Er was sofort tot.
Ich kannte den Jungen nicht, aber in dem Moment wurde mir so schlecht, dass ich einfach nur noch aus dem Raum raus musste. Unsere eine Professorin erzählte uns später, dass der Junge nur Party- und Trinkbilder auf Facebook hatte und sie ewig suchen mussten, bis sie ein Bild fanden, dass sie seinen Eltern schicken konnten. 
Wer jetzt "Looking for Alaska" gelesen hat, der weiß auf welche Szene ich hinauswill. Und es ist wirklich so, man fragt sich danach unweigerlich: Warum? Auch wenn man nicht direkt involviert war, ein schlechtes Gefühl bleibt einfach. Denn auch in meinem Fall war lange die Frage, wer war Schuld? Er? Seine Freunde? Unser College? Das Busunternehmen, da es die Pässe nicht kontrolliert hat?
"Looking for Alaska" ist sicherlich ein Buch, in dem auch der Autor persönliche Dinge aufgearbeitet hat. Es war kein leichtes Futter, aber geweint habe ich nicht beim lesen und ich konnte gut damit abschließen. Auch wenn ich immer noch ab und an daran denke.

Mein zweites Buch war dann das Highlight schlechthin: "The Fault in our Stars" (Das Schicksal ist ein mieser Verräter). Ich habe noch nie ein Buch in der Hand gehabt, dass alles zugleich war. Es war schön, es war traurig, es war tragisch, es war lustig, es war ... ach ihr wisst es selbst. Ich wollte das Buch nicht mehr hergeben und gleichzeitig an die Wand werfen, da das Leben einfach so fies sein kann! Es ist schwer in Worte zu fassen, was für Gefühle es in mir ausgelöst hatte. Ich glaube, ich war einfach überwältigt! Und es war das erste Buch, bei dem ich Rotz und Wasser geheult habe! Jetzt fragt man sich, warum tut man sich sowas an? Und wie kann ein Buch schön sein, wenn es einem zum Weinen bringt? Genau das ist das John-Green-Phanomen. Er geht einfach unter die Haut und schafft es sämtlichen Kitsch zu vermeiden. Im gleichen Moment spricht er Tabu-Themen wie den Krebs an und zeigt, dass es sich lohnt jede Minute zu leben, die man hat!

Nach diesen beiden Büchern war ich also ein für alle Mal John Green Fan. Ich kann natürlich nicht behaupten, er sei eine Garantie für gute Bücher, denn alle habe ich noch nicht gelesen. Aber auch der letzte, der eigentlich eins seiner ersten war, der bei mir eintrudelte ist ein Pageturner. Der Penguin Verlag beglückte mich mit einem Exemplar von "Will Grayson, Will Grayson" und irgendwie ahnte ich schon, dass wir auch hier wieder gesellschaftliche Grenzen austesten werden.
Man nehme einen Will Grayson, der ein gutes Familienleben lebt. Seine Eltern mögen hin, sein bester Freund ist zwar schwul aber einfach zum Liebhaben. Auch wenn er schwule Musicals schreibt und dafür Wills Namen missbraucht. Einzig und alleine eine Freundin fehlt noch, aber das ist schwierig, wenn man sich geschworen hat, niemanden an sich ranzulassen, um nicht verletzt zu werden. Und dennoch ist da Jane, von der er nicht mal weiß, ob sie vielleicht lesbisch ist. So, dieser Will Grayson hat schon ein chaotisches Leben. Jetzt haben wir aber noch einen zweiten Will, der zum einen depressiv und zum anderen auch noch schwul ist. Mit beidem kommt er nicht so klar. Auch das Verhältnis mit seiner Mutter ist aufgrund seiner stets schlechten und traurigen Laune eher angespannt. Das einzige, was ihn bei Laune hält ist sein Onlinefreund. Was passiert, wenn sich die beiden Will Graysons über den Weg laufen überlasse ich eurer Fantasie, oder ihr kauft einfach schnell das Buch!
Ich hatte in letzter Zeit viel Stress und schlechte Laune, aber "Will Grayson, Will Grayson" hat es wirklich geschafft, mich all das vergessen zu lassen. Ich habe es extra langsam gelesen, da ich nicht wollte, dass es endet! Ich saß in der Bahn und habe mir einen abgegrinst! Und ich lag zuhause im Bett und habe bis in die Nacht gelesen.

Alle drei Bücher sind so unterschiedlich und jedes hat seinen eigenen Charakter. Und dennoch, wenn du die erste Seite gelesen hast, weiß du Bescheid: Es ist ein John Green.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Sonja,

    dein Post ist sehr schön!! *-*
    Ich LIEBE die Bücher von John Green über alles!
    Bald fange ich "Margos Spuren" von ihm an und bin schon so gespannt!

    Ganz liebe Grüße,
    Deine Hannah
    http://wonderworld-of-books-from-hannah.blogspot.de/
    <3

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    1. Danke dir :)
      "Margot Spuren" habe ich noch nicht gelesen.

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  2. Ich kann dich sooooo gut verstehen, abei "The fault in our Stars" bin ich auch so unglaublich zwiegespalten. Auf der einen Seite fand ich es soo witzig und amüsant, auf der anderen Seite sooo traurig. Ich habe bei keinem Buch so viel geheult wie bei diesem! Es war einfach so aufwühlend aber sooo schön! Ich bin so begeistert von dem Buch (und auch vom Film ♥). Bis jetzt habe ich noch kein anderes Buch von John Green gelesen, aber der Englische Schuber mit seinen Büchern steht auf meiner Wunschliste :P
    Liebe Grüße :))

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    1. Das ist ja das tolle an TFiOS. Es ist so vielseitig :)
      Die anderen Bücher sind auch toll!

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    2. Ich MUSS sie mir bald zulegen :D

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  3. Ich habe bisher nur TFIOS gelesen, weil ich nicht wusste, ob für mich jemals ein Buch von ihm an diesen herankommen kann. Ich liebe John Greens Schreibstil und TFIOS ist einfach ein Buch, bei dem man unter Tränen lacht. Ich liebe es. *-*

    Liebe Grüße :)

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    1. Die anderen sind auch schön. Aber ganz anders :)

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