Sonntag, 19. April 2015

(Buchvorstellung) Deleted von Margit Ruile

 
Titel: Deleted
Autor: Margit Ruile
Seiten: 256
Erscheinungstermin: 31.05.2015
Verlag: Bloomoon
Originalversion: Ja
Originaltitel: Deleted
Rezensionsexemplar: Ja

Was hat mich an dem Buch angezogen?
Ich hatte das Buch schon in den Neuerscheinungen entdeckt und durfte es dann netterweise auf der Messe mitnehmen.

Inhalt:
Berlin 2034. Ben lebt ein ganz normales Leben mit seiner Familie. Den Alltag regelt wie bei allen anderen Menschen sein Slave für ihn. Eine Hologramm-Figur, die ihm bei Recherchen hilft, seine Termine plant und auch ansonsten immer für ihn da ist. Dank ihm hat Ben Zugriff auf alle möglichen Kameras in der Stadt. Ben stellt die ständige Überwachung der Slaves irgendwann in Frage und gerät an die falschen Freunde. Um Teil dieser Gruppe zu werden, soll Ben seinen Slave Sakar auslöschen. Ben folgt dieser Aufforderung, obwohl ihm Sakar geholfen hat, die Aufnahmeprüfung für die Akademie zu bestehen. Kurz darauf wird er in der Akademie aufgenommen und trifft dort auf den schwerfälligen Eigenbrötler Lennart, den klugen und aufrührerischen Jonas und die perfekte Zoe. Zoe spricht wie ein wandelndes Werbeplakat für das Internat. Aber irgendwie kommt Ben das alles sehr merkwürdig vor. Und als Jonas nach einer gewagten Diskussion im Unterricht plötzlich mitten in der Nacht verschwindet, weiß Ben nicht, wem er noch trauen kann. (Klappentext, Amazon)

Cover:
Das Cover gefällt mir gut, da es direkt vermittelt, dass es sich um Sci-Fi dreht und durchaus auch die männlichen Leser ansprechen wird.

Titel:
Vielleicht stand ich auf dem Schlauch, aber so wirklich gut passt der Titel nicht, denn es hat nicht viel mit der Story zu tun.

Schreibstil:
Der flüssige und lockere Schreibstil der Autorin ist meiner Meinung nach der große Pluspunkt des Buches. Es ist in der Ich-Perspektve des Protagonisten geschrieben, der rückwirkend erzählt, was ihm widerfahren ist. Somit wechseln sich Vergangenheit und Gegenwart regelmäßig ab, was dadurch gekennzeichnet wurde, dass die Gegenwart kursiv geschrieben ist.
Margit Ruine behandelt aktuelle Themen wie Datenschutz und Überwachung, was eine gute Idee ist, allerdings gab es auch einige Schwächen. So war es für mich doch sehr unverständlich, dass der Protagonist von jetzt auf gleich in sein Abenteuer gerät. Vieles, das ihn dorthin geführt hat, wirkte gestellt und zu überlegt. Die richtigen Leute tauchten im richtigen Moment auf, für jede Lösung gab es eine bestimmte Person ... Hier hätten dem Buch ein paar Kanten ganz gut getan.

Charaktere:
Ben hat mir gut gefallen, war jedoch sehr naiv. Da das Buch nur 19 Jahre in der Zukunft spielt, kam ich mit dem allgemeinen Verhalten der Erwachsenen nicht so gut klar. Sie hinterfragen zu wenig, scheinen die Gegenwart nicht mit ihrer Vergangenheit zu vergleichen, es war einfach diesbezüglich zu glatt. Generell lag der Fokus der Charakterisierung auf Ben und Zoe. Obwohl auch Jonas und Lennart wichtig waren, wirkten sie deutlich flacher als die anderen beiden Protagonisten.

Erwähnenswert:
Ich habe keine Ahnung, ob es hier eine Fortsetzung geben wird, oder nicht. Wenn nicht, ist das Ende sehr offen.

Stuck in my Head:
»In einem der hintersten Winkel meines Gehirns hatte ich gehofft, dass das alles nur geträumt und dass Jonas schlicht und ergreifend unsere Verabredung vergessen hatte und nun mit zerknittertem Gesicht und schlechtem Gewissen zum Unterricht auftauchen würde. Aber das tat er nicht.« (S. 110)
Krisenreif:
Es ist für mich sehr unverständlich, dass so viele Menschen einfach nichts mehr hinterfragen. Zum anderen waren die Protagonisten teilweise zu perfekt und wirkten dadurch distanziert.

Fazit:
Ein spannendes Buch, das definitiv durch die Geschichte zu unterhalten weiß. Allerdings wäre bei der Charakterisierung noch deutlich Luft nach oben gewesen. Sollte es eine Fortsetzung geben, werde ich diese bestimmt lesen, denn die Autorin weiß, wie sie ihre Leser unterhalten kann.


Kommentare:

  1. Hm...das Buch kam letzte Woche auch bei mir an! Bin gespannt, wie es mir gefällt! LG

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    1. Bin mal gespannt, was du denkst. Wie gesagt, es ist wirklich spannend!

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