Mittwoch, 6. Mai 2015

(Gequatschtes) Kurzgeschichtenzeit

Heute hatte ich das erste mal Storytelling/Kreatives Schreiben an der Uni und ich muss sagen: Ich saß mit Glücksgefühlen im Unterricht. Es war einfach genial, da wir Schreibstile, Kurzgeschichten etc. üben und natürlich ganz viel schreiben!

Direkt zum Einstieg hatten wir 10 min Zeit einfach irgendetwas zu verfassen, was uns gerade durch den Kopf ging (Von Hand). Einzige Regel: Nicht den Stift zum Überlegen absetzen und keine Korrekturen vornehmen. Es mussten die kompletten zehn Minuten durchgeschrieben werden.
Und da ich das gute Stück sowieso digitalisieren muss, dachte ich, ich stelle es einfach mal hier ein.

Die Haustür fällt ins Schloss und klingt wie ein Startschuss. Noch während ich die Jacke ausziehe und die Tasche auf dem Tisch abstelle, mache ich mir Gedanken darüber, wie ich das heutige Tagespensum bewältigen soll.
Die Uhr zeigt 15.00 Uhr an, nur noch drei Stunden bis zum nächsten Termin.
Resigniert lasse ich mich auf einen Küchenstuhl sinken, stütze den Kopf in die Hände.
Das schaffe ich nie.
Wäsche, aufräumen, putzen, Hausarbeiten. Alles in drei Stunden.
Ich fange an, im Geiste einen Plan zu erstellen.
Zuerst putzen.
Zuerst Wäsche waschen und währenddessen putzen.
Zuerst putzen, dann Wäsche waschen und Hausaufgaben bewältigen.
Das schaffe ich nie.
Mutlos starre ich die Tischplatte an, das Ticken der Küchenuhr im Nacken, wie ein Countdown.
Die Maserung des Esstisches verschwimmt vor meinen Augen, während ich mir Gedanken über das mache, das ich unmöglich schaffen werde.
Als ich den Blick hebe, läuft es mir kalt den Rücken herunter.
16.00 Uhr.
Eine Stunde, die ich gebraucht habe, um über das Unmögliche nachzudenken.
Wie gesagt: Das schaffe ich nie.
Ich lehne mich zurück, schließe die Augen und denke darüber nach, wie ich all die Arbeit in zwei Stunden erledigen soll.

Kommentare:

  1. Für eine Geschichte in 10 Minuten ist das super! Besonders weil jeder Mensch diese Situation wohl kennt. Ein Berg an Arbeit und keinen Plan wie man ihn bewältigen soll. Auch wenn ich wohl nicht eine Stunde damit verbringen würde um darüber nachzudenken:-) Es scheint wirklich so als ob du Spaß dabei gehabt hättest :-)
    LG Zeilenleben

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    1. Die Kernaussage ist eher, dass wir uns oft selbst im Weg stehen. Der/Die Protagonistin hätte eben in der Zeit des Nachdenkens schon arbeiten können.

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  2. Hallo liebe Sonja,

    da erkenne ich mich wunderbar wieder. Erst mal nachdenken, was ich wie und wann erledige, anstatt gleich mal loszulegen. Manchmal sind Pläne gut, aber manchmal ist es einfach besser, einfach loszulegen.

    Ganz liebe Grüße
    Karin

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    1. Ja, das können wir zwei ganz gut, ne? :)

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  3. Hey Sonja.
    das war ein wirklich toller Text der viel zu schnell zu Ende war. Du hast die Situation echt gut zusammengefasst und dieses sich selbst runter ziehen und seinen Zielen im Weg zu stehen und bei dem ganzen Selbstmitleid den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, klasse! Ich möchte mehr :D

    Liebe Grüße.
    Jenni

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    1. Danke dir :)
      Wenn wir wieder mal was Kurzes schreiben, stelle ich es gerne hier ein. Wenn es euch so gefällt :D

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  4. Gut gemacht. Den ersten Satz finde ich richtig gelungen. Undn der zweite bringt dann doch eine andere Richtung hinein...
    LG
    Astrid

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    1. Danke :)
      War ganz interessant, da andere jeweils unsere Texte vorgelesen haben. Dann klang es noch einmal ganz anders!

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  5. Nur 10 Minuten? Wow! Da ist dir wirklich ein toller Text gelungen - spannend auch, dass sich die Enstehungsbedingungen (Zeitdruck beim Verfassen) und die Situation im Text (Zeitdruck aufgrund vieler Aufgaben) direkt spiegeln :)

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    1. Danke dir :)
      Ist auch ein cooler Unterricht, den wir da haben.

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