Sonntag, 12. Juli 2015

(DVD-Kritik) Frau Müller muss weg

Titel: Frau Müller muss weg
Anzahl Discs: 1
Medium: DVD
Studio: Constantin
Spielzeit: 84 Min.
Erscheinungstermin: 02.07.2015

Warum wollte ich den Film sehen?
Der Trailer war vielversprechend.

Inhalt:
Frau Müller muss weg. Soviel steht fest, als sich eine Gesandtschaft besorgter Eltern zu einem außerplanmäßigen Termin mit der Klassenlehrerin Frau Müller (Gabriela Maria Schmeide) zusammenfindet. Weil die Noten schlecht sind und am Schuljahresende die Entscheidung fällt, ob die Kinder den Sprung aufs Gymnasium schaffen, sind die Eltern (Justus von Dohnányi, Anke Engelke, Ken Duken, Mina Tander, Alwara Höfels) fest entschlossen, mit der Absetzung der Lehrerin zu
retten, was noch zu retten ist – koste es, was es wolle. Doch Frau Müller spielt nicht mit.
Mit einem Mal brechen bei den doch so perfekten Müttern und Vätern alle Vorbehalte und Ressentiments, Zweifel und Sorgen, Gehässigkeiten und Ängste hervor. Die wahre Schlacht, die beginnt jetzt...

Covergestaltung:
Das Cover ist süß gestaltet, hat allerdings auch diesen typischen Ich-bin-ein-deutscher-Film-Flair. Was natürlich nicht schlimm ist, denn immerhin holen wir in Sachen Filmedrehen rasant auf, wie die letzten fünf Jahre bewiesen haben.

Story:
Beim Ansehen des Trailers hatte ich ein viel größeres Setting erwartet. Aber die gesamte Geschichte spielt sich doch tatsächlich innerhalb des Schulgebäudes ab. Es geht einzig und alleine um den Eltern/Lehrer Konflikt, der durch viel zu hohe Erwartungen entsteht.
Obwohl es sich um eine Komödie handelt, hat der Plot doch eine tiefe und meiner Meinung nach sehr wichtige Botschaft, denn das Thema Schule wird immer mehr zum Albtraum der heutigen Gesellschaft. Leistungsdruck, verkürztes Gymnasium etc. sind auch in meinen Augen keine positive Entwicklung.
Gerade diese Punkte greift der Film auf humorvolle und überspitzte Weise auf.
Dass Schulnoten ein ganzes Familienleben beherrschen können, Druck nicht nur aus der Schule, sondern auch aus dem Elternhaus kommen kann und das vieles am Ende nur halb so schlimm ausgeht wie erwartet, sind Dinge, die angesprochen werden müssen.
Wer eine große Story drum herum erwartet, wird vielleicht enttäuscht, denn die Handlung fokussiert sich doch sehr auf diesen Kernkonflikt.

Bild&Ton:
Die Kameraführung und der Schnitt sind super. Trotz der wenigen Schauplätze ist der Film sehr dynamisch und die Schauspieler gut in Szene gesetzt. Einziges Manko war die Tonspur. Teilweise waren Stimmen im Vergleich zu den Hintergrundgeräuschen recht leise.

Fazit:
Ein guter Film, das auf amüsante Art und Weise ein sehr wichtiges Thema behandelt. Allerdings wäre ein bisschen mehr Story/Handlung perfekt gewesen. Trotzdem ein Film, den man sich anschauen sollte.


Kommentare:

  1. Deiner Kritik Stimme ich voll zu. Bin in den Film gegangen, weil ich hoffte, dass er mir bei der Aufarbeitung eines ähnlichen Erlebnisses irgendwie einen Erkenntnisgewinnung verschafft. Das darf man von ihm nicht erwarten. Unterhaltung allerdings.
    Einen erholsamen Sonntag!
    Astrid

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    1. Ja, es ist wirklich eher seichte Unterhaltung, trotz des wichtigen Themas. Ein bisschen mehr Tiefe wäre gut gewesen :)

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  2. Eine ausführliche und gut begründete Kritik! Da habe ich doch gleich Lust, mir die DVD zu kaufen. :D

    Liebste Grüße,
    Vanessa :)

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