Samstag, 31. Oktober 2015

(News) Interview mit Sebastian Fitzek u.a. über "Die Blutschule" und "Das Joshua-Profil"

Nachdem ich auf der Frankfurter Buchmesse einmal rundum Grippeviren verteilt habe, durfte ich am Samstag noch Sebastian Fitzek interviewen.
Zu diesem Termin wäre ich wohl auch tot erschienen.

Wir haben fast eine halbe Stunde lang über seine Autorentätigkeit, das Verhältnis zu seinen Lesern und natürlich über seine beiden neuen Bücher "Die Blutschule" und "Das Joshua-Profil"gesprochen.

Das Ganze war nicht nur sehr interessant und aufschlussreich, sondern teilweise auch unglaublich witzig.

Aber ich denke, ich habe genug gequatscht, ihr wollt das Interview lesen, nicht wahr?


Buchmesse; Interview – Sebastian Fitzek

Sonja: 
Wie war denn die Messe bis jetzt für dich?
Sebastian: 
Die Messe war relativ aufregend, da ich sehr sehr viele Termine hatte. Interviews, aber vor allem auch die Möglichkeit mit Leserinnen und Lesern ins Gespräch zu kommen. Es gab ein Meet and Greet mit Gewinnern, die bei einem Preisausschreiben mitgemacht hatten, ein Bloggertreffen, was ich mitmachen durfte, lange Signierstunden und ein Highlight war am Anfang ein Empfang von Bastei Lübbe. Da habe ich dann Ken Follett kennengelernt und durfte ihm die Hand schütteln.

Sonja: 
Hast du die Gelegenheit genutzt und ihm ein paar Fragen gestellt?
Sebastian: 
Ne, ehrlich gesagt, es war so laut dort, dass wir beide beschlossen hatten uns nicht anzuschreien, damit wir nicht die Stimme gleich am ersten Messetag verlieren. Man muss ja immer gegen so eine enorme Geräuschkulisse anbrüllen, wenn man sich unterhalten will und wenn dann schon am Mittwoch die Stimme versagt, ist das doof, wenn man bis Sonntag Termine hat.

Sonja: 
Verständlich. Das „Joshua-Profil“ ist ja das 14. Buch, was von dir erscheint. Hat sich da was für dich geändert? Also vom ersten bis zum jetzigen? Von der Schreibweise und vom Vorgehen her?
Sebastian: 
Ja, die innere Einstellung hat sich verändert. Ich bin nicht mehr ganz so panisch wenn ich wie so häufig nach dem ersten Drittel oder spätestens in der Mitte des Buches feststelle, mein Gott die Figuren machen alle das was sie wollen und nicht das, was ich will und wo soll denn das überhaupt enden? Am Anfang dachte ich noch, das ist unglaublich, das muss im Chaos enden. So ein bisschen die Selbstsicherheit, dass man das am Ende fertig bekommt, die ist gestiegen. Ansonsten probiere ich immer, mich daran zu erinnern – bevor und auch während ich schreibe –  wie das Gefühl war bei meinem allerersten Buch, als ich dort angefangen habe. Da kannte ich noch keinen Leser, keine Leserinnen. Ich wusste gar nicht, für wen ich schreibe. Also habe ich für mich eine Geschichte geschrieben, die ich gerne lesen will. Und das ist glaube ich die richtige Herangehensweise. Nicht zu fragen, mmmh, ist das jetzt gut? Wollen das Leute lesen? Nein, die Frage ist, will ich das lesen? Und darauf hoffen natürlich, dass man dann am Ende nicht der Einzige ist.

Sonja:
Also kann es schon passieren, dass du das komplette Exposé noch einmal umwirfst? Oder versuchst du, zumindest wieder zum geplanten Schluss zu kommen? Dass du sagst, du fängst irgendwo an und setzt dir ein Ziel, wo du ankommen möchtest und was dazwischen passiert, da schaust du dann mal?
Sebastian: 
Ich habe in meinem Exposé Schlüsselszenen, Kapitel oder Emotionen, auf die ich zusteuern will, deretwegen ich dieses Buch schreibe und sehr häufig finden die sich dann auch noch im Buch wieder. Meistens ist es so, dass man das Ende schon relativ genau – zumindest die Emotionen – im Kopf hat. Manchmal ist es aber so, dass die Figuren die Reise komplett umschmeißen und man da, wo man hinwill, nie ankommt. Und man ist auch nicht gut beraten, wenn man dann die Figuren zwingt, dorthin zu wandern, weil dann merkt man – der Leser vor allem merkt dann – okay, jetzt ist das eine Marionette des Autors, aber keine eigene lebensechte Figur.

Sonja: 
Das „Joshua-Profil“ kommt ja die nächsten Tage raus, erzähl uns doch mal, worum es darin geht.
Sebastian: 
Im „Joshua-Profil“ geht es um Max, einen relativ erfolglosen Schriftsteller, der in wenigen Tagen ein schreckliches Verbrechen begehen wird. Vermutlich eins der schrecklichsten Verbrechen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Er selber weiß das noch nicht, aber es gibt Menschen, die behaupten zu wissen, dass er das tun wird. Die wollen ihn töten, bevor es zu spät ist.

Sonja: 
Jetzt kam ja „Die Blutschule“ raus. War die PR-Aktion geplant, oder hat sich das während des Schreibens entwickelt?
Sebastian: 
Ja, also, mmh ne PR-Aktion würde ich es jetzt nicht nennen, weil dann wäre – na ja es ist ein Buch, das geschrieben wurde. Und für ein Buch wäre mir das ein bisschen zu viel Arbeit. Also extra für eine PR-Aktion ein Buch zu schreiben, da wäre ich viel zu faul zu (lacht). Es war aber auch nicht geplant. Es war nicht geplant, dass es ein Buch im Buch gibt, was dann real wird. Natürlich wusste ich, bevor ich angefangen hatte, dass Max ein Schriftsteller ist. Ich wusste auch, dass er nur ein einziges Buch geschrieben hatte, mit dem er Erfolg gehabt hatte bisher, das ist „Die Blutschule“ und während des Schreibens beim „Joshua-Profil“ wollte ich meine Hauptperson eben besser kennenlernen und habe gesagt, na ja, wie schreibt denn der eigentlich? Habe es mal ausprobiert und angefangen. Da hatte ich kein Exposé und Max hat sich auch wirklich dann verselbstständigt. Dieses Gefühl, das Autoren und Autorinnen kennen, dass sich die Figuren verselbstständigen. Das war ganz, ganz krass in diesem Fall. Ich war selbst erstaunt. Er schreibt viel erzählerischer, er schreibt in nem ganz anderen Genre, mehr dem Horrorgenre zugewandt, schreibt streckenweise auch brutaler. Und ja, dann hatte ich so einen Spaß daran, dass ich gedacht habe, es wäre doch mal cool, wenn es wirklich das Buch im Buch zum allerersten Mal in der Realität wirklich geben würde.

Sonja: 
Nun bist du ja für viele angehende Autoren ein Vorbild. Gibt es etwas, das du ihnen mit auf den Weg geben möchtest?
Sebastian: 
Oh ja, viel kann ich mit auf den Weg geben. Zunächst einmal, ich glaube, was mir sehr geholfen hat, ist, sich selbst wie eine Romanfigur zu betrachten. Dass man von sich sagt, okay angenommen, ich wäre jetzt der Held in einer Geschichte, die Geschichte ist mein Leben und ich würde es aufschreiben. Jetzt fokussieren wir uns mal auf eine Autorentätigkeit. Also, ich bin ein Autor, ich will Autor werden, wenn ich die Geschichte aufschreiben will, wie würde die denn gehen? Wie würde die auch Menschen interessieren? Würde die lauten: Der Autor schreibt ein Buch, schickt es ein, kriegt nen Vertrag, ist Patz eins in der Bestsellerliste und wird weltweit verfilmt und muss nie wieder arbeiten? Ist das die Geschichte? Nein, ist sie höchstwahrscheinlich nicht! So würden wir die Geschichte nie schreiben. Sie wäre auch uninteressant, weil sie komplett unrealistisch ist. Wir würden schreiben, dass der Autor überall abgelehnt wird, wir würden erzählen, dass er durch eine Krise geht, dass er an irgendetwas wächst, das er nicht aufgibt und dass er am Ende – das kennzeichnet in der Regel Heldengeschichten – dass der Held eigentlich permanent in die Fresse bekommt, aber am Ende, einmal am Ende, schafft er es, das Ruder rumzureisen. Auch das mögen wir, weil es das Leben ist. Das heißt also, betrachte dich als eine Romanfigur, gehe davon aus, dass du ganz oft stolperst, sehr oft hinfällst, dass du überall abgelehnt wirst, denn so ist das Leben, aber verzweifle nicht daran. Weil, in einem guten Roman, in deiner eigenen Geschichte, wirst du am Ende auch siegen. Du darfst eben nicht zu früh aufhören.

Sonja: 
Um da mal näher drauf einzugehen. Wie viele Bücher hast du denn geschrieben, ehe dein Erstes verlegt wurde?
Sebastian: 
Also ich habe ein Buch geschrieben, das überhaupt noch nie veröffentlicht wurde und das habe ich mehrfach umgeschrieben. Ich habe also nicht viele Bücher geschrieben, ich habe mit diesem Buch allerdings tatsächlich einen Vertrag bekommen, aber dann wurde gefragt, was ist denn das zweite Buch, wir wollen nicht in eine Eintagsfliege investieren. Dann habe ich „Die Therapie“ als mein zweites Buch geschrieben. Dann haben die gesagt, oh das is ja viel besser, dann nehmen wir das. Und das erste Buch war dann nicht so gut wie das zweite, was als erstes veröffentlicht wurde, also relativ kompliziert. Und ja, so is das, nie, nie veröffentlicht worden. Mittlerweile ist es auch von der Technik überholt und wird niemals erscheinen.

Sonja: 
Hast du abgesehen von deinem ersten noch andere unveröffentlichte Manuskripte in deiner Schublade?
Sebastian: 
Ne, ich habe viele, viele Anfänge von Büchern. Da hatte ich aber ein Mal dann das Glück, dass mir jemand gesagt hat, „Du pass auf, eine Idee macht noch kein Buch und wenn du nur eine Idee im Kopf hast und du fängst an zu schreiben, dann wird irgendwann dein Strohfeuer dich verlassen und dann hast du 20 Seiten auf deiner Festplatte. Die versauern dann dort, weil du nie wieder rangehst. Du findest 1000 andere schönere Sachen, die viel mehr Spaß machen, als zu schreiben.“ Wenn du also wirklich ein Buch fertigbekommen willst – das wäre so der zweite Tipp –  dann mach dir ein Exposé, dann mach dir eine Inhaltszusammenfassung. Finde heraus, warum du diese Geschichte erzählen willst und wie sie ungefähr läuft und habe einige Kapitel, auf die du dich freust, auch wenn mal ne Durststrecke ist. Und wenn man dann ungefähr die gesamte Geschichte kennt, dann schafft man es auch, dieses Buch zu Ende zu schrieben. Gerade, wenn Schreiben nicht der Hauptberuf ist. Und bei 99 Prozent aller Anfänger ist Schreiben nicht der Hauptberuf, sondern man macht etwas anderes. Man muss, wenn man nach Hause kommt schreiben, in den Ferien schreiben, an den Wochenenden schreiben, um das irgendwie zu Ende zu bekommen. Das zieht sich also manchmal über Jahre, und um da die Bindung zu den Figuren und der Geschichte nicht zu verlieren, ist es auch wichtig, dass man irgendwann mal aufgeschrieben hat, worauf man eigentlich hinauswollte. Und da hilft dieses Exposé sehr.

Sonja: 
Du bist ja der Thriller-Autor in Deutschland, spielst du denn mit dem Gedanken, dich mal in ein anderes Genre zu wagen?
Sebastian: 
Na ja, Max Rhode hat sich ja schon mal ins Horror-Genre gewagt. Spannungsliteratur liegt mir, weil ich das auch am liebsten lese. Manchmal ist es so, dass ich denke, das ist ja eine gute Idee für eine Komödie, dann schreibe ich ein Exposé und lande beim Psychothriller. Irgendwie läuft mein Gehirn da nicht so ganz richtig. Also ein gutes Beispiel, es gibt ja einen Film von jemandem, der keine Lust mehr hat zu leben und probiert, sich umzubringen und damit dreifach scheitert und dann nen Auftragskiller organisiert, der ihn umbringen soll. „I Hired a Contract Killer“ heißt der Film. Und da er noch etwas Zeit hat – der Auftragskiller lässt auf sich warten – geht er in ne Kneipe und lernt die Liebe seines Lebens kennen. Jetzt hat er aber den Auftragskiller an der Backe. Das könnte jetzt eine Komödie sein, könnte aber auch ein Thriller sein, vielleicht mit lustigen Elementen. Das kommt drauf an. Ich würde wahrscheinlich denken, oh das ist eine prima Komödie, lass mich das mal schreiben – also das ist ja jetzt nicht meine Idee, die gibt es ja schon –  und würde dann nach den ersten 20 Seiten merken, oh, so lustig ist das gar nicht mehr! 

Sonja: 
Apropos lustig, du kommst ja aus dem Journalismus und bist als Entertainer auf deinen Lesungen bekannt. Was war denn dein skurrilstes Erlebnis bis jetzt?
Sebastian: 
Also ich hatte einige skurrile Erlebnisse, aber keine unangenehm skurrilen Erlebnisse muss man sagen. Also skurril beispielsweise war … meistens beim signieren. Da war eine Frau, die mich bat, ich sollte mal mitkommen und ich musste rausgehen in die Kälte und dann sollte ich mich in ihr Auto setzen und da ihr Armaturenbrett bekritzeln, auf dem sich schon viele andere verewigt hatten. Alle ihre Unterschriften hatte sie in ihrem Auto gesammelt. Das fand ich auch mal ne lustige Idee, mit so nem silbernen Edding. Und dann war wiederum eine in der Schlange, die hatte OP-Handschuhe an, die ich signieren durfte. Das war eine OP-Schwester, wie sich herausstellte. Ich hatte schon von Weitem gesehen, oha, da kommt jetzt etwas merkwürdiges, aber das hat dann Sinn ergeben. Und ihr Kollege hatte mir sogar mal eine Mail geschrieben – das war auch skurril –, denn ich hatte auf einer Lesung mal eine Mail als Beweismail an die Wand geworfen, dass ich eigentlich gar nicht so schlimm bin und gar nicht so krass denke, sondern dass die wirklich grausamen, merkwürdigen Einfälle von den Lesern kommen. Und habe dann beschrieben, wie mir einer ne Idee unterbreitet hatte, was man mal mit einem Opfer machen könnte, dem man die Wirbelsäule punktiert und das Liquor langsam raustropfen lässt. Das wäre ihm so im OP gekommen, weil er OP-Helfer ist. Und die kam dann bei er Signierstunde mit diesen Handschuhen an und meinte, „Die Mail, die Sie da vorgelesen haben, die ist von meinem Kollegen und der kommt nächste Lesung auch.“ Und da dachte ich, ach du meine Güte, kann ich diese Mail noch lesen, was macht der mit mir, wenn ich ihn als Beispiel für wirklich kranke Ideen hervorziehe? Aber der hat sich – der sah ganz normal aus, wie die Menschen halt immer aussehen – tierisch gefreut, dass wir ihn zitiert haben und war super nett. 

Sonja: 
Wie wichtig ist dir der Kontakt denn generell zu Lesern und Bloggern?
Sebastian: 
Der Kontakt ist mir extrem wichtig. Als ich angefangen hatte zu schreiben, da wusste ich nicht, dass das so wichtig ist. Ich meine, man hat ja gar keine Vorstellung, man macht sich falsche Vorstellungen. Man denkt, man guckt irgendwie auf den See oder in den Wald und sitzt da für sich alleine. Das ist immer eine ganz gemütliche Autorenvorstellung. Man veröffentlicht das Buch, vielleicht geht man mal auf ne Messe und das war’s. Tatsächlich ist es aber so, dass wenn es so wäre, es ein doofer Job wäre, weil man die ganze Zeit nur einsam ist. Ein Musiker, wenn er auf der Bühne steht, bekommt ein bisschen Applaus und ein Künstler hat Ausstellungen wo er seine Werke zeigen kann. Aber der Schriftsteller … na ja, der hat eben Lesungen. Und nicht nur das, er hat auch die Möglichkeit, sich das Feedback abzuholen, direkt über Emails, die ja die Leserbriefe, die klassischen, ersetzt haben. Über Facebook, über Twitter. Und da bekommt man nicht nur Nachrichten, wie, „Mmh ja, hat mir gefallen, hat mir nicht gefallen“. Wirklich häufig erfährt man, in welcher konkreten Lebenssituation jemand sich bewegt. Beispielsweise, nach einer Lesung hat mich ein Mädchen – Ich würde sagen – ungefähr 19, vielleicht war sie 20, mich umarmt und sie wollte kein Foto von mir, sie wollte keine Signatur, gar nichts, sie meinte nur, „Kann ich dich kurz mal umarmen?“. Sie meinte, „Ohne dich wäre ich tot, weil ich im Drogenentzug war und wollte abbrechen. Dann habe ich dein Buch gelesen und das hat mich irgendwie in eine andere Welt katapultiert und mir geholfen“. Und damit rechnet man überhaupt nicht, wenn man sagt, man sucht den Kontakt, dass man wirklich merkt, warum Menschen lesen, wann sie lesen, wie sie lesen. Was für ein Begleiter man dann ist, in diesem Leben.

Sonja: 
Du bekommst ja sehr viele Mails. Gibt es da ein bis zwei, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind?
Sebastian: 
Viele, viele, viele Mails, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Ich habe einen extra Ordner dafür, der quillt über, das sind Mails von Todkranken, die mir schreiben, die damit ihre Schmerzen überstehen. Es ist eine Mutter, die mir geschrieben hat, dass ihr Kind mit Drogen in Südamerika im Gefängnis sitzt. Ihre Tochter. Und die wünscht sich zu Weihnachten „Das Kind“ und ob ich ihr das signiert geben könnte, damit sie es da runter schickt. Es sind auch extrem lustige Mails, von Menschen, die mir schreiben, dass sie noch im Kreissaal mein Buch gelesen haben und die Ärzte haben gesagt, „Jetzt legen Sie mal den „Augensammler“ weg, sonst kommt das Kind nie zur Welt! Weil es will doch kein Mensch in so eine schreckliche Welt hineingeboren werden!“ Also die gesamte Palette, die man dort hat. Das kommt natürlich nicht jeden Tag. Was wirklich häufiger kommt sind Menschen, die sagen, „Ich habe damit begonnen zu lesen“. Und das sind meistens Menschen, die so eine gewisse Phase hatten, in der sie aufgehört hatten zu lesen, weil sie von der Schulliteratur enttäuscht waren, weil sie in der Ausbildung oder im Studium unglaublich viel lesen mussten und dann keine Lust mehr hatten auf Belletristik. Oder auch weil sie einfach in dieser, jetzt auch sehr hektischen, Zeit lieber auf YouTube Videos sehen oder Computerspiele spielen. Gerade eben waren auch wieder bestimmt drei oder vier in der Schlange, die das gesagt haben. Und die lesen dann nicht nur mich, sondern die lesen auch alles andere. Sie gehen in die Buchhandlungen und das finde ich natürlich am schönsten, wenn man so der Türöffner ist. 

Sonja: 
Auf jeden Fall! Was für Projekte können wir denn in der nächsten Zeit von dir erwarten?
Sebastian: 
Na ja, jetzt haben wir ja erst einmal „Das Joshua-Profil“ und es freut mich ganz besonders, dass es da eben so eine Verzahnung gibt, und dass das was Neues ist. Aber im nächsten Jahr, ohne zu viel zu verraten, bin ich dann sozusagen 10 Jahre – nicht auf der Welt – aber auf der Buchwelt und der Droemer Verlag hat sich für das Jubiläumsjahr etwas besonderes ausgedacht. Es wird auf jeden Fall wieder ne Tour geben, höchstwahrscheinlich eine größere Tour, ähnlich wie die Soundtracktour, die wir schon einmal hatten zu „Noah“. Es wird einiges eben geben, so einhundertprozentig weiß ich es noch gar nicht, es ist noch in der Planung. Aber 10 Jahre Fitzek finde ich ja persönlich selber erstaunlich. Ich ging ja davon aus, dass ich, als mein Erstlingswerk mit 4000 Stück gedruckt wurde, vielleicht noch ein zweites schaffen werde, aber dass ich dann tatsächlich 10 Jahre lang veröffentlichen darf, das ist auch für mich ein kleines Wunder.  

Sonja: 
Gibt es abschließend noch etwas, dass du uns sagen möchtest?
Sebastian:
(Lacht) Ja, wie in meiner Danksagung. Die Leser stehen an erster Stelle. Ich bedanke mich dafür, dass ich in dieser Fülle von Büchern – das wird mir immer, gerade so auf der Messe bewusst – dass man da herausgesucht wird. Es gibt so viele Bücher, die ich selber gerne lesen will, die ich hier entdecke, und wo ich denke, mein Gott, wer soll die Zeit dazu haben? Wieso hast du eigentlich dieses Glück, dass sie dich rauspicken und insofern hoffe ich, dass es noch eine Weile lang so weitergeht und bin sehr sehr dankbar, dass es so weit gegangen ist. Mal gucken, wie es im nächsten Jahr wird.

Sonja: 
Also auf die nächsten zehn Jahre!
Sebastian: 
Ja, das wollte ich jetzt gar nicht sagen. Aber ein paar Jahre wären noch schön!



Das Interview wurde ausschließlich für diesen Blog "A Bookshelf Full Of Sunshine" geführt und freigegeben. Jegliches Kopieren und das daraus resultierende Veröffentlichen in anderen Portalen, Webseiten und Printausgaben ist ausdrücklich untersagt und bedarf der Genehmigung meinerseits. 
Verlinken könnt ihr es natürlich.

Kommentare:

  1. Oh Sonja, was für ein tolles Interview. Sebastian ist wirklich ein total sympathischer Mensch und sehr charismatisch. Ich war auch schon bei ner Lesung und habe mir ein Autogramm geholt, obwohl ich immer noch kein Buch von ihm gelesen habe. Ich werde mich aber irgendwann mal an das Genre herantrauen :D

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    1. Ja, du solltest es mal mit nem Thriller versuchen *smile*, vor allem, wenn du eh schon auf einer Lesung von ihm warst!

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  2. Hallo Sonja :)

    das Interview ist echt toll geworden. Ich habe ihn dieses Jahr drei Mal gesehen (2 mal Messe, 1 mal Lesung). Das ist immer wieder ein Highlight. Sebastian kümmert sich total um seine Leser. Und bevor nicht der Letzte sein Autogramm hat, geht er nicht weg. Zum Glück sind Signierstunden mit ihm immer großzügig geplant.

    Liebe Grüße
    Martin
    buchwellenreiter.blogspot.de

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    1. Hi Martin,

      ja, der hat da halt auch sichtlich Spaß dran :)

      LG
      Sonja

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