Dienstag, 5. Januar 2016

(News) "Game of Thrones – The Winds of Winter" von R. R. Martin lässt auf sich warten

Es gibt Meldungen, über die freut man sich und solche, die weniger gute Emotionen wachrufen. Die neuste von R. R. Martin dürfte seine Fans enttäuschen.
Der Bestsellerautor gab bekannt, dass er sein neustes Buch "The Winds of Winter" der "Game of Thrones"-Reihe nicht zum Abgabetermin fertig bekommen hat.
"Ihr wolltet ein Update. Hier ist das Update. Ihr werdet es nicht mögen. 'The Winds of Winter' ist nicht fertig", stellte er nüchtern auf seinem Blog dar.

Die erste Deadline war Halloween 2015 gewesen, damit das Buch noch vor dem amerikanischen Serienstart im April 2014 hätte publiziert werden können. Doch der Autor ist, wie er selbst zugibt, nicht gut mit Deadlines. So kam es, dass auch die nächste Deadline zum Ende des Jahres nicht eingehalten werden konnte.
Termindruck, Privates und Schreibblockaden sind laut ihm die Gründe für sein Scheitern. "Meine Lektoren und Verleger sind enttäuscht, HBO ist enttäuscht, meine Agenten und ausländischen Verleger und Übersetzer sind enttäuscht... aber niemand könnte enttäuschter sein als ich."

Ihm Vorwürfe zu machen, ist allerdings unangebracht. Wer ein Buch schreibt, der rechnet nicht unbedingt mit so einem Erfolg, wie R.R. Martin ihn nun erlebt. Die ersten Bücher konnte er ohne Termindruck und Deadlines schreiben. Er fuhr sehr gut damit. Nun muss er nicht mehr nur sich selbst gerecht werden. Das sei auch der Grund, weshalb er Bücher schreibt, und keinen Job in einer Zeitung hat. "Selbst da wusste ich schon, dass tägliche Deadlines mein Verhängnis wären", sagte er im Spaß, aber etwas Wahrheit steckt in der Aussage, das weiß er.

Was sich Fans fragen werden, ist, ob die kommende Staffel die Buchreihe spoilern wird. Kurz und knapp: Ja, es werden Dinge geschehen, die in den Büchern noch nicht passiert sind. Das ist sehr schade, aber im Umkehrschluss könnte man sich mit den Büchern ja auch die Serie spoilern.

Bei aller Enttäuschung zeigt der Fall, dass Autoren eben auch nur Menschen sind, die zudem einen wirklich harten Job haben. Vor allem, wenn wie in R.R. Martins Fall so viele Menschen und Unternehmen dahinterstehen, denen es um Finanzen geht. Ein Buch schreibt sich nicht wie ein Zeitungsartikel. Manch einer wird sagen, dass Schreibblockaden Faulheit seien. Ja und nein. Aber Schreibblockaden entstehen in erster Linie, wenn das Schreiben zur Pflicht wird und die Zeit rennt. Denn Protagonisten haben die Angewohnheit, sich zu verselbstständigen. Wenn man dann an ein Exposé gebunden ist, dann kann es passieren, dass die Muse auf sich warten lässt.
Eine neue Deadline wurde übrigens nicht bekanntgegeben.


Kommentare:

  1. Hallo Sonja,

    das hatte ich auch schon gelesen und ich schätze, man sollte es einfach akzeptieren. Schreiben ist eine Art von Kunst und keine Arbeit, die sich in Zeit und Bedingungen verpacken lässt.
    Das Argument, Schreibblockaden seien Faulheit, irritiert mich sowieso, schließlich habe ich es oft genug selbst erlebt, motiviert vor einem angefangenen Text zu sitzen, wirklich gewillt, etwas zu schreiben, dann aber verlassen von jeglicher Inspiration, sodass nichts zustanden kam. Vielleicht liegt es daran, dass ich Amateurin bin, dennoch bin ich der Überzeugung, dass Geschichten machen, was sie wollen, und dass man sich manchmal nicht dazu zwingen kann, sie bis zu einer bestimmten Dead Line zu beenden. Gerade solche komplexen Storys.
    Übrigens mag ich deinen journalistischen Stil. ;)

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hallo Dana,

      ja, das sehe ich auch so. Wir wollen schließlich ein tolles Ergebnis.
      Schreibblockaden sind ein leidiges Thema. Ich denke, da tickt jeder anders. Also bei mir ist es wenn dann Faulheit/Erschöpfung (das muss ich leider zugeben). Wobei Schreibblockaden auch ein Hinweis darauf sind, dass die Story in die falsche Richtung geht. Wenn ich merke, dass es an einer Stelle hängt, dann picke ich mir oft eine Schlüsselszene aus dem Exposé und schreibe die zuerst. Oft kommt dann wieder eine Idee, da ich dann weiß, worauf ich hinschreibe. Aber jeder ist da anders, weshalb ich nicht sage, es gibt keine Schreibblockaden. Aber die haben Ursachen: Stress, man klebt zu sehr am Exposé, obwohl die Charaktere da nicht hinwollen, man hat keine Lust auf die Szene, oder man ist aktuell wirklich faul.

      Danke dir – vielleicht wird es in diesem Leben ja noch etwas mit dem Journalismus ;)

      LG
      Sonja

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  2. Hallo Liebes :)

    Ganz ehrlich kann überhaupt nicht verstehen, warum es auch so viele gibt, die sich dann richtig über so etwas aufregen. Das muss ja nun nicht nur George R. R. Martin sein, es könnte genauso gut ein anderer gefeierter Autor sein, wo man warten muss. Enttäuscht zu sein, gut kann ich verstehen, aber es gibt neben den enttäuschten ja auch die wütenden.
    Ich seh das so, soll er sich so viel zeit nehmen wie er braucht - immerhin soll es verdammt nochmal gut werden! Wenn es so lala gemacht wird und dann am Ende alles nur für die Tonne wäre, dann wäre das Geschrei noch viel größer.
    So lange er mit der Geschichte fertig wird, bevor er diese Welt verlässt ist doch alles gut. :) ... Aber ich müsste mal ganz still sein, vielleicht sollte ich erste einmal ein Buch von ihm lesen. *hust* Aber die Serie finde ich schon einmal großartig. :D

    Liebste Grüße
    Katja

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    1. Huhu meine Liebe,

      richtig – sonst meckern am Ende alle, wenn die Story mies ist. Und ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster: Viele werden die Bücher gar nicht lesen und nur fernsehen. Die, die sie lesen, werden sich das Buch auch später noch kaufen und dann bestimmt auch genießen.

      LG
      Sonja

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  3. Hey Sonja,
    ich verstehe den Absatz mit dem "wird die Serie die Bücher spoilern" nicht - ich hab die allgemeine Diskussion bisher so verstanden, dass die Geschichten jetzt wie eine Schere auseinander gehen. Die Serie hat sich zuvor bereits nicht immer an die Bücher gehalten, aber die Bücher waren die Vorlage. R. R. Martin muss sich doch in keinsterweise an der Serie orientieren - das ist schließlich seine Geschichte, oder?

    Aber auch ich bin der Meinung, dass man den Mann einfach mal arbeiten lassen sollte. Die Story ist nur so gut geworden, weil er bisher sein Ding machen konnte. Jetzt plötzlich steckt Geld dahinter und Leute drängeln - da geht es nicht mehr um Qualität und das ist echt schade. Ich finds gut, dass der Mann sein Ding immer noch macht und die Deadlines verstreichen lässt. Wenn alle aufhören würden ihn zu drängeln, hilft das vielleicht.

    Liebe Grüße,
    Susanne

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    1. Hey,

      der erste Absatz bezieht sich darauf, dass es egal ist, ob ich erst die Serie anschaue, oder die Bücher lese. Die Schlüsselszenen, von denen R.R. Martins spricht, die passieren so oder so. Wenn ich sie durch das Buch erfahre, weiß ich schon, dass es in der Serie passieren wird. Wenn ich es zuerst in der Serie sehe, weiß ich es schon, wenn ich anfange, das Buch zu lesen.
      Das ist eine gute Frage. Oft werden ja Schlüsselszenen im Exposé abgesprochen und das scheint hier ja auch zu sein, sonst würde er sich nicht solche Sorgen machen. Kann natürlich auch sein, dass er sich jetzt denkt "Egal, jetzt kann ich auch komplett von der Serie abweichen". Er sagte ja auch, dass er einige Szenen noch mal geändert hat …

      Ich denke auch – Gut Ding will haben Weile.

      LG
      Sonja

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