Sonntag, 10. April 2016

(Buchvorstellung) Still von Zoran Drvenkar

 

Titel: Still
Autor: Zoran Drvenkar
Seiten: 416
Erscheinungstermin: 08.03.2016
Verlag: Heyne
Originalversion: Ja
Originaltitel: Still
Rezensionsexemplar: Ja

Was hat mich an dem Buch angezogen?
Ich mag den Autor.

Inhalt:
Hass ist, was bleibt, wenn dir alles andere genommen wurde
Wenn es Winter wird und Schnee und Eis alle Spuren verwischen, erwacht in den einsamen Wäldern Brandenburgs das Böse. Über Nacht verschwinden auf mysteriöse Weise Kinder. Nur ein einziges Mädchen taucht unerwartet und verstört wieder auf, ihre Lippen sind seitdem verschlossen. Ein verzweifelter Vater beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Doch damit dreht sich die Spirale des Bösen nur noch schneller. (Klappentext, Amazon)

Cover & Titel:
Das Cover ist jetzt nicht ganz so meins. Es ist sehr nichtssagend. Wenn ich den Autor nicht kennen würde, hätte ich ehrlich gesagt nicht danach gegriffen. Dafür unterstreicht es wohl die "Stille" des Titels.

Schreibstil:
Was direkt auffällt, ist der experimentelle Erzählstil, der sehr gut zur düsteren Atmosphäre des Buches passt. Das Buch ist in drei Erzähler aufgeteilt: "Ich", "Du", "Sie". Das klingt erst einmal etwas abenteuerlich, ermöglicht dem Leser jedoch, sich in ein unglaublich fesselnd geschriebenes Abenteuer zu stürzen. In der "Ich"-Perspektive erlebt man den Vater, der seine verschwundene Tochter rächen will, in der "Du"-Perspektive das Mädchen, das entkommen konnte. Hier wird man vom Autor direkt als Opfer angesprochen, was sehr unter die Haut gehen kann. Zu guter Letzt wird in den "Sie"-Kapiteln ein Einblick in die Täterwelt gegeben.

Charaktere:
Die Charaktere sind sehr realistisch dargestellt, für manch einen vielleicht schon zu realistisch. Deshalb will ich gar nicht auf die einzelnen eingehen. Ein verzweifelter Vater, der nach Rache sehnt, ein traumatisiertes Mädchen und Täter, die das was sie tun, für normal und richtig halten. Die Mischung sorgt für Gänsehaut, da man allen ihr Handeln abnimmt. Dafür ist das Thema Kindesmissbrauch hier sehr stark dargestellt und oft an der Grenze zu dem, was selbst eingefleischte Thrillerleser gewohnt sind.

Erwähnenswert:
Nichts für schwache Nerven.

Stuck in my Head:
»Sie sind keine Brüder, sie sind keine Freunde. Sie leben außerhalb ihres Lebens ein zweites Leben und nennen es das wahre Leben. In diesem wahren Leben hat jeder seine festen Aufgaben. Jeder steht für sich selbst ein, und zusammen sind sie eins. Sie haben es von ihren Vätern gelernt, ihre Väter haben es von ihren Vätern gelernt, und so geht es über Generationen. Eine Fackel, die weitergereicht wird. Ein Licht, das nie verlöscht.«
Krisenreif:
Nichts zu meckern!

Fazit:
Also uneingeschränkt kann ich das Buch trotz der vollen Punktzahl nicht empfehlen. Es ist sehr spannend, aber auch sehr hart und grausam. Wer keine guten Nerven hat, wird es abbrechen. Wer auf spannende Psychothriller steht, die vor allem mit der Fantasie des Lesers spielen statt auf ein Massaker setzen, der ist hier genau richtig.







Kommentare:

  1. Das Buch steht bei mir auch ganz weit oben auf der Wunschliste! Ich bin sehr gespannt drauf :)

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  2. Hallo Sonja,

    obwohl das normalerweise nicht so mein Genre ist, hast du mich mit deiner Rezension seehr neugierig auf das Buch gemacht.
    Von Zoran Drvenkar habe ich bisher nur seine "Der letzte Engel"-Dilogie gelesen, fand seinen Stil da aber unheimlich cool. Dieser Psychothriller klingt ziemlich faszinierend und ich werde ihn mir mal vormerken. :)

    Liebe Grüße

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    1. Hey Dana,

      also ich fand es besser als "Der letzte Engel", was mir damals auch sehr gut gefallen hat. Dieses Buch ist halt einfach ... ich weiß gar nicht, wie ich es beschrieben soll ... erschreckend faszinierend!

      LG
      Sonja

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