Samstag, 3. September 2016

(Buchvorstellung) Professionelles Schreiben für den Journalismus von Kerstin Liesem



Titel: Professionelles Schreiben für den Journalismus
Autor: Kerstin Liesem
Seiten: 188
Erscheinungstermin: 24.10.2015
Verlag: Springer VS
Originalversion: Ja
Originaltitel: Professionelles Schreiben für den Journalismus
Rezensionsexemplar: Ja

Was hat mich an dem Buch angezogen?
Ich hab ab und an noch mal die Hoffnung, dass ich Schreiben lerne.

Inhalt:
Ausgehend von allgemeinen stilistischen Regeln werden die verschiedenen journalistischen Gattungen (Meldung, Bericht, Reportage, Portrait, Kommentar, Feature, Glosse) in diesem Buch kritisch geprüft und die Charakteristika ausführlich dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Online-Medien und neuen journalistischen Formen wie Blogs. Mithilfe von praktischen Übungen erlernen die LeserInnen die Grundregeln professioneller Textproduktion. (Klappentext, Amazon)

Zum Buch:
Ich habe mir lange überlegt, wie ich ein Sachbuch am besten vorstellen kann. Vielleicht anhand eines Beispiels. Ich war am Donnerstag für die Frankfurter Rundschau bei einer Kinderdemo und der Artikel ist online, weshalb wir ja mal schauen können, ob was hängengeblieben ist.
Wenn ich vor Ort war und nicht den ganzen Tag mit Behörden telefoniert habe, finde ich einen szenischen Einstieg immer schöner, als dem Leser reine Fakten aufzutischen. Immerhin standen hier 100 Grundschüler auf einer Fußgängerbrücke und haben die Autofahrer darauf aufmerksam gemacht, dass sie gerne in einem Stück in der Schule ankommen möchten. Wobei es generell natürlich auf das Thema ankommt. Bei politischen Texten neige ich dann unterbewusst leider auch zu einem eher trockenen Schreibstil.
"Kurz, klar und bildhaft" steht auch schon im ersten Kapitel von "Professionelles Schreiben für den Journalismus" und klingt leichter, als es ist. Ich bin immer noch sehr gut mit meinen Schachtelsätzen und Amtsdeutsch befreundet, weshalb mir schon der ein oder andere Text auf der Arbeit um die Ohren geflogen ist. Es ist leider allzu leicht, zu vergessen, dass der Leser eben nicht so stark im Thema drin ist wie man selbst.
Zitate sind auch so ein Thema, an dem sich wohl die Geister scheiden. Ich arbeite viel damit, da ich dadurch dann direkt eine Quelle habe. Aber hier muss ich sagen: Je nachdem, wer den Text redigiert, heißt es mal mehr, mal weniger Zitate. Das ist dann vielleicht einfach Geschmacksache und das war auch der einzige Punkt, bei dem mir das Buch nicht weiterhelfen konnte.

Das Buch punktet aber mit den Beispielen. Zu jedem Kapitel gibt es positive und negative Beispiele und vor allem Übungsaufgaben mit Lösungen. Wer also in diese Richtung studiert, ist hiermit bestens beraten.
Ein weiterer positiver Punkt sind die Kapitel, die die stilistischen Schreibweisen erklären. Jeder Stil (Reportage, Meldung, Interview, Feature ...) wird komplett aufgedröselt und mit Beispielen besprochen. Vielleicht wurde das Buch auch extra für mich geschrieben, denn im Kapitel "Klar schreiben" werden Problemthemen wie Amtsdeutsch, Passiv, Verben und Adjektive noch mal intensiv behandelt. Somit lässt sich das Buch auch gut querlesen und wird bei mir als Nachschlagewerk im Regal stehen bleiben. 







Kommentare:

  1. Hallo Sonja,

    als ich diese Rezension gerade bei dir entdeckt habe, musste ich sie mir sofort durchlesen. Dieses Buch klingt sehr interessant. Wie du scheinbar auch, bin ich der Meinung, dass man immer noch etwas an sich arbeiten kann. Tipps zum besseren Verfassen von Rezensionen oder im Allgemeinen von Artikeln kann mal immer sammeln. Ob man sie dann anwendet oder nicht, bleibt ja jedem selbst überlassen.
    Vielen Dank für diese Buchempfehlung.

    Liebe Grüße Tanja

    Liebe Grüße Tanja

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    1. Hey Tanja,

      also journalistisch krebse ich noch komplett am Anfang rum. Deshalb sind es bei mir Grundlagen statt "mal dazulernen". Aber beim Bloggen gebe ich dir recht – da sehe ich das auch nicht so eng.

      LG
      Sonja

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