Mittwoch, 7. September 2016

(Buchvorstellung/Rezension) George von Alex Gino



Titel: George
Autor: Alex Gino
Seiten: 208
Erscheinungstermin: 25.08.2016
Verlag: Fischer
Originalversion: Nein
Originaltitel: George
Rezensionsexemplar: Ja

Was hat mich an dem Buch angezogen?
War eine Empfehlung vom Verlag.

Inhalt:
George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen. (Klappentext, Amazon)

Cover & Titel:
Das Cover verrät sofort, worum es geht. Das Thema Transgender/Homosexualität ist aktuell ja auch überall zu finden.

Schreibstil:
"George" ist ein Kinderbuch, das es schafft, ein wirklich sensibles Thema zu behandeln. Das liegt zum einen an der 10-Jährigen Protagonistin, die sehr natürlich charakterisiert wurden, aber auch am Schreibstil. Der Autor macht aus dem Fakt, dass George sich als Mädchen und nicht als Junge sieht, absolut kein Drama. Schon auf den ersten Seiten ist es "halt einfach so", auch wenn natürlich direkt kleine Probleme/Missverständnisse auftauchen. Ich denke, dass es gerade für Kinder geeignet ist, die aus welchem Grund auch immer, mit der Thematik in Berührung kommen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ein 10-Jähriges Kind mit allen Wörtern klarkommen würde – Das Buch wurde halt doch von einem Erwachsenen geschrieben.

Charaktere:
George ist zu Anfang recht verschlossen, schafft es dann aber mit Hilfe ihrer Freundin Kelly aus sich herauszukommen. Die Charaktere sind tiefgründig (und vor allem kindgerecht) charakterisiert, was bei dem Thema ja durchaus ein Spagat ist. Während George eher die ruhige Protagonistin ist, ist Kelly die treibende Kraft, die die Dinge in Bewegung setzt. Die Nebencharaktere wurden ebenfalls gute ausgearbeitet, aber wie weitem nicht so detailliert wie George und Kelly.

Erwähnenswert:
"George" ist eins der ersten deutschen Kinderbücher, das sich mit dem Thema Transgender befasst.

Stuck in my Head:
»Eines Tages würde George ihrer Mut­ter irgend­wie sagen müs­sen, dass sie ein Mäd­chen war. Aber nicht heute.« (S.58)
Krisenreif:
Ein paar Wörter dürften für die ganz jungen Leser zu schwer sein.

Fazit:
Alex Gino hat mit "George" ein gutes Kinderbuch geschrieben, das sich um ein wichtiges und aktuelles Thema dreht. Es soll Mut machen und aufklären, ohne die jungen Leser zu überfordern. Sicher wäre an der ein oder anderen Stelle noch etwas Potenzial gewesen, aber ich kann es dennoch mit gutem Gewissen empfehlen.






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