Sonntag, 12. Februar 2017

(Weltenwandern) Chinesisches Neujahr in Taiwan

Selbst nach Neujahr gibt es in den Städten abends Feuerwerk.
Feuerwerkskörper schießen in die Höhe, Geschenke und Glückwünsche werden überreicht und gute Vorsätze großgeschrieben. Nein, es ist nicht der 31. Dezember, sondern die Nacht vom 27. auf den 28. Januar.
Ich war für zehn Tage in Kaohsiung, einer großen Stadt in Taiwan, nahe der Küste. Zusammen mit einer sehr guten Freundin und ihrer Familie durfte ich das Chinesische Neujahr hautnah erleben.
In dieser Zeit habe ich den Blog mal sich selbst, beziehungsweise euch überlassen und habe im Grunde die ersten zwei Tage nur gegessen und geschlafen.

Der Urlaub war wirklich dringend notwendig. Aber trotz all der Müdigkeit konnte ich das Chinesische Neujahrsfest natürlich nicht verschlafen. Dass alle nach Hause zu ihren Familien wollten, habe ich im Flugzeug noch nicht mitbekommen (ich hatte die ganze Sitzreihe für mich). Aber später im Zug war es dann doch voller als sonst und ich habe auch keine Sitzplatzreservierung mehr bekommen. War aber dann gar nicht schlimm, da ich einen freien Platz fand, den zum Glück auch niemand beanspruchte.

Verhungern war unmöglich.

Tradition gegen Moderne


Nicht nur die Atmosphäre hat mich beeindruckt, sondern auch die Art und Weise, wie die Taiwanesen alte Bräuche und Moderne miteinander verbinden.
Das Neujahrsfest und die anschließenden Feiertage sind eigentlich für die Familie gedacht, für jeden Tag gibt es spezielle Vorgaben. Seien es Besuche bei der Familie, gemeinsames Essen, Beten im Tempel oder das Lichterfest am 15. Tag. Viele Verwandte reisen extra aus dem Ausland an. So auch die Schwester meiner Freundin, die zurzeit in Tokio wohnt.
Bei uns war das alles ein bisschen entspannter. Die Mutter meiner Freundin war froh endlich Urlaub zu haben und hat sich mit ihrem Mann erst einmal ein paar Tage verkrümelt. Wir haben unterdessen mit Oma, Schwester, Tante etc. gefeiert, gegessen, Geschenke ausgetauscht und noch mehr gefeiert. Am dritten Tag waren dann auch die Eltern wieder da.
Natürlich gibt es immer noch Familien, die die traditionellen Bräuche und Vorgaben sehr ernst nehmen und auch wir sind einen Tag in den Tempel, aber im Endeffekt ist Taiwan sehr westlich.

"Fifty Shades of Grey" wird auch hier sehnsüchtig erwartet.

Absolut kein Touristenziel


Das Bild vom sich kaputt arbeitenden Asiaten passt hier so gar nicht: Reguläre Arbeitszeiten von 8 Uhr bis 17 Uhr sind bei meiner Freundin normal, hin und wieder kommt mal eine Überstunde dazu. Dafür hat sie allerdings nur 10 Tage Urlaub. Je länger sie im Unternehmen ist, desto mehr werden es werden, das ist hier nach Betriebszugehörigkeit gestaffelt. Es gibt auch Leute mit 30 Tagen Urlaub. Da sind wir in Deutschland deutlich im Vorteil.
Wer in Taiwan Urlaub machen möchte, wird auf viele nette Menschen treffen, die gut Englisch sprechen und sehr hilfsbereit sind. Aber auch eine kleine Attraktion sein, denn außerhalb der Hauptstadt Taipeh, sind Europäer sehr selten. Ich habe abseits vom Flughafen genau Zwei gesehen.

Unbezahlbarer Ausblick.
Taiwan ist ungefähr so teuer wie Deutschland, die Preise geben sich nicht viel. Auch in Sachen öffentlicher
Nahverkehr, ist die Insel sehr gut vernetzt. Innerhalb von zwei Stunden kommt man mit der High Speed Rail vom einen Ende zum anderen, in der Stadt fahren Busse und U-Bahnen.

Viele schöne Ecken


Übrigens hatten wir um die 25, teilweise 28 Grad. Wir waren viel draußen, da ich unbedingt wandern gehen wollte.
Da habe ich mir dann auch direkt mal einen Sonnenbrand geholt - im Januar. Hatte ich bis jetzt auch noch nie. In den U-Bahnen solltet ihr aber eine Jacke mitnehmen, denn die Klimaanlage läuft auf Hochtouren.

Wer hat Lust auf Rochen?
Außerdem kann man auch wunderbar in den riesigen Malls shoppen gehen und das ein oder andere schöne Plätzchen mitten in der Stadt entdecken (die Taiwanesen lieben ihre Parks). Wir hatten zum Beispiel eine wunderschöne Blumenwiese um die Ecke mit bezaubernden Vogelscheuchen. Aber auch einen großen Park, in dem die Straßenhunde oft in der Sonne lagen.

Eine weitere Empfehlungen sind die sogenannten "Night Markets". Eine Art Rummelplatz am Abend. Da kommen auch experimentelle Feinschmecker auf ihre Kosten, denn es gibt frittierten Oktopus und sogar Rochen. Letzterer war verdammt lecker. Wer es besonders experimentell mag, kauft solche Snacks auch mal am Straßenrand bei Händlern (ihr merkt, ich esse so ziemlich alles ...)
Als Buchblogger musste ich natürlich über die exzessive Werbung zu "Fifty Shades of Grey" schmunzeln, die uns überall in den Bahnhöfen begegnete. Daheim haben wir derweilen die erste Staffel "Lucifer" auf Amazon Prime geschaut und die Zweite angefangen. So anders ticken die Bewohner der anderen Seite der Welt nämlich gar nicht.

Diese wunderschöne Blumenwiese findet ihr mitten in Kaohsiung.


Kommentare:

  1. Hi Sonja,

    super Artikel, klingt nach einer tollen Zeit! :o)
    Du meinst aber bestimmt das Neujahrsfest im "Januar" ...

    Das Vogelscheuchenfeld wäre absolut was für mich gewesen, ich liebe Vogelscheuchen und alles so schön bunt - WOW.

    Bei all den Erlebnissen und Entdeckungen hast du dich hoffentlich auch gut erholen und mal abschalten können?!?

    Liebe Grüße
    Patricia

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    1. Hahaha, ja. Das kommt davon, wenn man abends um 23 Uhr noch Artikel schreibt *smile* – ich bin schon wieder einen Monat voraus.

      Das Feld ist wunderschön!

      Ja, ich hab die ersten beiden Tage fast nur geschlafen und gegessen. Abschalten ging dann auch super :)

      LG
      Sonja

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